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Emilia Galotti: ein komödiantisches Trauerspiel?

 

Was gibt es da zu lachen? Emilia wird in der Kirche von dem Prinzen bedrängt und lacht mit ihrer Mutter über eben dieses Ereignis. Orsina entlarvt den Prinzen als Mörder und lacht. Was verbirgt sich dahinter? An genau diesen Stellen würde man Entsetzen, Verzweiflung oder auch Verblüffung erwarten. Stattdessen reagieren die Charaktere völlig untypisch für die Handlung und das Stück selbst. Dabei wirkt es beinahe scherzhaft.

Während das Stück, anhand der Kleidung, modernisiert wurde, wirken die einzelnen Figuren wie aus der Gegenwart in das 18. Jahrhundert hineinversetzt. So reagiert Claudia auf die Ermordung Appianis mit Entsetzen. Sie bespuckt Marinelli, den Kammerherrn des Prinzen, und fängt an sich mit ihm am Boden zu raufen. Immer wieder schlägt sie auf ihn ein, als ob dies ihren Schmerz über das zerstörte Glück lindern könnte. Auch Orsina bespuckt Marinelli und begibt sich ihm gegenüber in die Rolle der überlegeneren Person. Claudia tritt ihrem Mann Odoardo oft mit Kühnheit entgegen, was den modernen Stil unterstreicht. Jedoch ist es für das Stück unpassend, Vergangenheit und Zukunft in so einem Maße miteinander verbinden zu wollen, da das Stück dadurch etwas unglaubwürdig erscheint. Das Ende wirkt zum Teil ein wenig undurchsichtig. Emilia und ihr Vater streiten sich um den Dolch. Nachdem sie sich jedoch nach dem Kampf ruhig in die Arme fallen, sieht man schließlich, dass sich Emilia nicht mehr bewegt. Wie und wann Odoardo sie ersticht, sieht man demnach gar nicht. So könnte sie sich auch selbst erstochen haben. Spätestens hier werden die Erwartungen des Zuschauers höchstwahrscheinlich enttäuscht.

Wenn Sie sich jedoch ein eigenes Bild der Aufführung machen wollen und hier einen Anreiz bekommen haben, wie dieses aussehen könnte, sehen Sie es sich einfach selbst an und lassen sich von Ihren Gefühlen und Empfindungen leiten.

 

Ivonne Wyrwa

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