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Obwohl sie nur eine Nebenrolle spielt, ist ihre
Rolle für das Stück von großer Bedeutung, da sie als Philosophin,
wie Marinelli sie ironisch tituliert, Ideale wie Vernunft,
Toleranz, Freiheit und Menschlichkeit vermittelt.
Außerdem spricht sie sich gegen Vorurteile,
Bevormundung durch die Kirche und die Fürstenwillkür aus.
Im ersten Akt erfährt der Zuschauer von ihrer
Position als Mätresse des Prinzen, die dieser derzeit ablehnend
behandelt.
Sie selbst weiß davon aber erst im vierten
Akt. Ab diesem Moment sind ihre Handlungen von Eifersucht und
Rachegedanken geprägt.
Im Dramenverlauf emanzipiert sie sich von der
ehemaligen Mätresse zur Aufklärerin:
Sie kritisiert die höfischen Gewohnheiten:
„Verdammt über das Hofgeschmeiß! Soviel Worte, soviel Lügen!“
(IV,3) und entzieht sich diesen Konventionen, verweigert
den Gehorsam gegenüber dem Prinz: „Er
komme und befehle es mir noch einmal“ (IV, 6) und verbündet sich mit dem bürgerlichen Odoardo.
Allerdings neigt sie trotz scharfem Verstand zu
emotionalen Ausbrüchen, die sie entweder mit Ironie
und Sarkasmus
überspielt
oder durch aggressives Vorgehen gegenüber Marinelli ausdrückt.
Obwohl sie durchaus Sympathie erweckt, bleibt
sie letztendlich eine lasterhafte Person; Eine Hofschranze
(IV, 7), da sie sich wie Marinelli verhält, wenn sie versucht,
eine Person wie Odoardo zum Mord am Grafen zu bewegen.
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