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Schulzeit
Ab 1737 besuchte er die Lateinschule in Kamenz, anschließend von
1741 bis 1746 die Fürstenschule St. Afra in Meißen. Im September
1746 studierte er Theologie an der Universität Leipzig.
Lessing
findet zum Theater
Lessing beschäftigte sich viel lieber mit
eher weltlichen Dingen, lernte Tanzen, Fechten, Reiten und
begeisterte sich für das Theater. In der Zeitschrift „Der
Naturforscher“ und den von seinem Vetter Christlob Mylius
herausgegebenen „Ermunterungen zum Vergnügen des Gemüts“
erschienen erste Gedichte, Fabeln und Verserzählungen.
Im Sommer 1748 musste er wegen eigener und
fremder Schulden von Theaterleuten, für die er gebürgt hatte,
Leipzig verlassen. Nach kurzem Zwischenaufenthalt in Wittenberg, wo
er Medizin studieren wollte, erreichte er im November 1748 Berlin.
Dort entschloss er sich, den Beruf des freien
Schriftstellers zu ergreifen. Zusammen mit Mylius gab er die
Zeitschrift „Beiträge zur Historie und Aufnahme des Theaters“
heraus, daneben schrieb er Rezensionen, Gedichte, Theaterstücke
(Die Juden, Der Freigeist), verfasste Übersetzungen.
Magister und Aufenthalt in Berlin
Ab
dem Jahr 1751 war er Redakteur bei der "Berlinischen
Priveligierten Zeitung". Das Jahr darauf beendete er auf Drängen
des Vaters in Wittenberg sein Studium als Magister der Philosophie.
Schon im November 1752 befand er sich wieder in Berlin, übersetzte
Schriften von Friedrich II und Voltaire und setzte seine
"Theatralische Bibliothek" in loser Folge fort. Dies
erwies sich als ehrgeiziges Projekt, in dem die kritische
Universalgeschichte des Theaters erscheinen sollte. Sie blieb
unvollendet. In den Jahren zwischen 1753 und 1755 erschienen seine
gesammelten Arbeiten in der sechsteiligen Reihe
"Schriften". 1754 lernte er in Berlin Moses Mendelssohn
und Friedrich Nicolai kennen. Im Frühjahr 1755 entstand das bürgerliche
Trauerspiel "Miss Sara Sampson".
Trotz des literarischen Ruhmes war Lessing
nach wie vor auf der Suche nach einer gesicherten Anstellung. Im
Oktober 1755 begab sich Lessing nach Leipzig. Von dem reichen
Kaufmann Christian Gottfried Winkler bekam er das Angebot, als
dessen Begleiter eine vierjährige Reise durch Europa zu
unternehmen.
Kurze
Reise durch Europa
Im
Mai 1756 brachen sie in Leipzig auf, doch bereits im August wurden
sie in Amsterdam vom Ausbruch des Siebenjährigen Krieges überrascht
und mussten umkehren. Nach der Rückkehr in das mittlerweile von den
Preußen besetzte Leipzig entwickelte sich bald die enge
Freundschaft zum preußischen Major und Dichter Ewald von Kleist. Im
Mai 1758 kehrte Lessing nach Berlin zurück. Er schrieb die ersten
Briefe, die neueste Literatur betreffend, 1759 erschien der Einakter
Philotas.
Ein
überraschender Einschnitt
Lessing übernahm eine Stelle als
Gouvernements-Sekretär beim preußischen General Tauentzien in
Breslau. Aller Geldsorgen enthoben, kultivierte Lessing ein bohèmehaftes
Leben, gab sich seiner Spielleidenschaft hin, bereits 1763
allerdings schrieb er seinem Vater: »Ich habe mit diesen Nichtswürdigkeiten
nun schon mehr als drei Jahre verloren. Es ist Zeit, dass ich wieder
in mein Gleis komme.«
Schwierige
Zeit in Berlin und Hamburg
Im Mai 1765 kehrte er nach Berlin zurück
und fand sich, nicht ohne Schwierigkeiten, wieder in seine
literarische Arbeit ein. Erst 1766 erschien eine umfangreichere
Schrift, die ästhetische Abhandlung Laokoon, die vor allem bei der
jüngeren Generation von überwältigender Wirkung war; 1767 Minna
von Barnhelm.
Nachdem sich Lessings Wunsch, Bibliothekar an
der königlichen Bibliothek in Berlin zu werden, 1766 zerschlagen
hatte, konzentrierte er sich ganz auf die Mitarbeit an dem in
Hamburg geplanten Nationaltheater. Aus dem Theater eine Institution
der nationalen Kultur zu machen, lautete die enthusiastische
Vorgabe. Ostern 1769 war das Projekt finanziell und wegen
Kompetenzstreitigkeiten zwischen dem Dramaturgen Lessing und den
beiden anderen Direktoren gescheitert.
Im September 1769 erhielt Lessing vom
Braunschweiger Hof das Angebot, Bibliothekar an der berühmten
herzoglichen Bibliothek in Wolfenbüttel zu werden.
Seine
Jahre in Wolfenbüttel
In den ersten Jahren dieser Wolfenbütteler Zeit war
er schriftstellerisch wenig tätig. Im Jahr 1771 erschien das
Trauerspiel "Emilia Galotti", in dem Lessing den
Missbrauch fürstlicher Gewalt und die bürgerliche Ohnmacht
kritisiert. Unter den "Beiträgen zur Geschichte und Literatur,
aus den Schätzen der herzoglichen Bibliothek zu Wolfenbüttel",
hatte er auch die "Wolfenbüttler Fragmente" veröffentlicht,
die von dem Hamburgischen Professor Hermann Samuel Reimarus
stammten, der die Offenbarung, die Auferstehung Christi
leugnete. Das handelte ihm besonders die Kritik des Hamburger
Hauptpastors Johann Melchior Goeze ein. Es folgte ein ausgedehnter
Streitschriftenverkehr zwischen Lessing und Goeze.
Lessing reist ein
zweites Mal
1775
bis 1776 reiste er über Leipzig und Dresden nach Wien, von
dort aus begleitete er den Prinzen Leopold von Braunschweig nach
Italien. Mailand, Venedig, Florenz, Korsika, Genua, Turin, Rom und
Neapel schienen auf Lessing eher wenig Eindruck zu machen.
Liebe
findet bitteres Ende
Nach seiner Rückkehr heiratete er die mit ihm bereits seit 1771
verlobte Hamburger Kaufmannswitwe Eva König. Doch das private Glück hielt nicht lange
an. Im Dezember 1777 starb kurz nach der Geburt ihr Sohn, zwei
Wochen später die Mutter. Daraufhin schrieb Lessing einen Brief an
Professor: „Meine Freude war nur kurz. Und ich verlor ihn
so ungern, diesen Sohn! Denn er hatte so viel Verstand! so viel
Verstand! - Glauben Sie nicht, dass die wenigen Stunden meiner
Vaterschaft mich schon zu so einem Affen von Vater gemacht haben!
Ich weiß, was ich sage. - War es nicht Verstand, daß man ihn mit
eisernen Zangen auf die Welt ziehen musste? Dass er so bald Unrat
merkte? - War es nicht Verstand, dass er die erste Gelegenheit
ergriff, sich wieder davon zu machen? - Freilich zerrt mir der
kleine Ruschelkopf auch die Mutter mit fort! - Denn noch ist wenig
Hoffnung, daß ich sie behalten werde. - Ich wollte es auch einmal
so gut haben wie andere Menschen. Aber es ist mir schlecht
bekommen."
Lessings
Leben endet mit Auseinandersetzungen
Den
Vorschlag, an das in Mannheim geplante Nationaltheater zu kommen,
lehnte er wegen der negativen Erfahrungen in Hamburg ab. In Wolfenbüttel
befasste er sich in seinen letzten Jahren mehr mit theologischen
Fragen; 1778, vollständig erst 1780, erschien „Die Erziehung des
Menschengeschlechts“. Außerdem entstanden die gegen den
orthodoxen Hamburger Hauptpastor gerichteten Anti-Goeze-Schriften.
Als Fortsetzung dieser Auseinandersetzung
entstand 1778 das »dramatische Gedicht« Nathan der Weise.
Spätestens 1780 hatte sich Lessings
Gesundheit rapide verschlechtert, er klagte über
Konzentrationsmangel, Abnahme der Sehkraft, Melancholie, krankhafte
Müdigkeit; am 15. Februar 1781 starb er bei einem Besuch in
Braunschweig im Alter von 52 Jahren.
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