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Die Epoche der Aufklärung (1720-1785)

 

Der Begriff Aufklärung kennzeichnet einen gesellschaftlichen Emanzipationsprozess in Europa, dessen Ziel es war, die Vernunft in den Mittelpunkt des Denkens zu stellen, welches dadurch von starren Vorstellungen, Vorurteilen und Ideologien befreit werden sollte. Daher kann man die Aufklärung auch als Epoche der Emanzipation wissenschaftlichen Denkens von der Vorherrschaft der Kirche, d.h. der Säkularisierung, bezeichnen. Zum Prozess der Aufklärung gehören Meinungs- und Pressefreiheit sowie notwendigerweise die Toleranz anderer.

Der aufgeklärte Mensch sollte also nicht mehr den Vorgaben der Obrigkeiten, wie zum Beispiel der Kirche oder dem Fürsten blind vertrauen, sondern sein Leben selbstbestimmend in die Hand nehmen und sich dabei von der Vernunft leiten lassen.

 „Sapere aude!“: „Habe Mut dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Kants Leitspruch, der durch seinen Essay „Beantwortung der Frage: Was ist Aufklärung“ bekannt wurde, gilt daher als Leitgedanke der Aufklärung. Die Entwicklungsmöglichkeiten des Einzelnen führen letztendlich zu einer Weiterentwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse nach den vernunftgeleiteten Prinzipien von Freiheit und Gleichheit.

Gotthold Ephraim Lessing, einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Aufklärung, verstand sich als „Weltbürger“, der als umfassend gebildeter Mensch in der ganzen Welt der Bildung zu Hause ist. Durch seine Theaterstücke, die erstmals im bürgerlichen Milieu spielen, und seine theoretischen Schriften  wurde er zum Vordenker für das Selbstbewusstsein des sich neu formierenden Bürgertums,  da es ihm gelungen ist, die theoretischen Vorstellungen der Aufklärung auch literarisch darzustellen. Ein neues Menschenbild zeigen die von ihm erfundene aufgeklärte Frauengestalt Gräfin Orsina und der Menschlichkeit und Toleranz lehrende und lebende „weise“ Nathan.

 

 
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