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Unter der Moderation von Frank Rohde von den Bühnen der
Stadt Köln gab uns der stellvertretende Leiter der Werkstätten
sowie Leiter der Deko-Abteilung, Werner Schaaf, eine kurze Einführung
in die Vorarbeit, die sie zu leisten haben, bevor das Bühnenbild
für ein Stück wie „Don Carlos“ gebaut
werden kann. |
| Die Planung für ein Bühnenbild beginnt ca. 1-3
Jahre vor der Aufführung eines Stückes, die ersten
Ideen werden als Modellskizzen festgehalten. In einer Bauprobe
auf der Bühne werden die wesentlichen Teile des Bühnenbildentwurfs
aus Fertigteilen aufgebaut um die Größe und die Proportionen
der einzelnen Bühnenbildelemente festzulegen. Das dann
festgelegte Bühnenbild wird in Form eines Modells im Maßstab
1:50 hergestellt und steht den Mitarbeitern der Abteilungen
als Orientierungshilfe zur Verfügung. |
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Es werden außerdem 30 bis 60 technische Zeichnungen angefertigt,
in denen Feinheiten des Bühnenbildes und die Statik der einzelnen
Teile zu erkennen sind. Die großen Wände und Türen
werden erst auf der Bühne zusammengebaut, d.h. es werden Einzelteile
in den Werkstätten präzise angefertigt.
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Die Techniker in den Werkstätten müssen im Rahmen
eines vorher festgelegten Budgets und nach einem ziemlich
engen Zeitplan die Arbeiten bis zum Termin der „Technischen
Einrichtung“ vor der Premiere fertigstellen, wobei die
Premiere als einziger Termin von Anfang an feststeht.
Wenn ein Stück nicht mehr im Programm steht, werden
die Bühnenbilder nicht etwa zerstört , wie es beim
Fernsehen mit Eintags-Dekorationen durchaus üblich ist,
sondern in Köln-Porz gelagert. Die Bühnenbilder
sind extrem stabil gebaut, damit sie auch über Jahre
hinweg tägliches Auf- und Abbauen überstehen.
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Das Bühnenbild bestimmt die Auswahl der Theaterstücke
insofern mit, als die täglichen Umbauzeiten auf der Bühne
nur drei Stunden betragen und der Lagerplatz begrenzt ist: Die im
gleichen Saisonabschnitt gespielten Stücke müssen vom
Bühnenbau vereinbar sein.
Die Werkstätten, in denen alle Bühnenbilder der Bühnen
der Stadt Köln gebaut werden, bestehen aus fünf Abteilungen
und umfassen 50 Mitarbeiter, wovon sechs Auszubildende sind.
Die vier Abteilungen
Schreinerei:
In der Schreinerei werden alle Holzarbeiten durchgeführt,
die nötig sind, um die Kulisse für ein Stück
zu erstellen. Hier werden große Arbeiten wie Wände
und Türen, aber auch kleinere Arbeiten mit Pappelementen
verrichtet. Alle Teile enthalten Funktionselemente zum Auf-
und Abbau. |
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Schlosserei:
Die Schlosserei ist für jegliche Metallarbeiten zuständig
und ergänzt bzw. überarbeitet die Holzarbeiten und
stellt Metallteile her, an denen Holzaufbauten befestigt werden
können. Hier kümmert man sich auch um Verglasungen
und Reperaturarbeiten alter Bühnenbilder. |
Plastiker-/Bildhauerwerkstatt:
Diese Werkstatt baut unterschiedliche Arten von Figuren oder
Objekten nach den Entwürfen des Bühnenbildners, die
im Stück notwendig sind. Sei es eine Statue, eine große
Frucht oder ein Pferd, das benötigt wird; hier ist alles
möglich! Diese Abteilung arbeitet vorwiegend mit Styropor,
da es leicht zu verarbeiten und gut zu transportieren ist. |
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Malerei:
Allen vorherigen Arbeiten wird hier die nötige Farbe verliehen
um möglichst authentisch zu wirken. Die zu bemalenden Wände
oder Gegenstände werden meist liegend bemalt. So können
sie am besten überblickt werden und trocknen, ohne dass
die Farbe zerläuft. Um Ziegelgemäuer die nötige
Optik zu geben, wird z.B. mit Korkmehl gearbeitet. Die Masse
ist flexibel und damit bröckelfrei. |
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