Philinte

Philinte, der beste Freund Alcestes, vertritt den ehrenhaften, toleranten, anpassungsfähigen und realitätsbezogenen Gegenspieler. Er erkennt zwar die Missstände seiner Zeit: „Ich seh, wie Sie tagtäglich hundert Dinge, die besser wären, wenn sie anders liefen“, versucht diese jedoch nicht, im Gegensatz zu Alceste, durch mehr Offenheit und Aufrichtigkeit zu ändern. Es würde nämlich nichts bringen, denn nach Philinte sei „es ist eine Narrheit sondergleichen, sich einzumischen, um die Welt zu bessern.“. Er betont, dass er aus Höflichkeit nicht zu jedem Menschen aufrichtig ist, damit man niemanden verletze, man müsse nämlich „Freundlichkeit mit Freundlichkeit vergelten“. Nach Philinte sei demnach die Höflichkeit die gesellschaftliche Tugend, nicht die Ehrlichkeit. Ein friedliches und verträgliches Leben wird nur dann gewährt, wenn man „Nachsicht“ mit der Welt hat und sich der Menge fügt, da diese „Fehler […] Teil der menschlichen Natur“ sind, die Welt bestehe nämlich aus Kompromissen.


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