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Alceste, der Menschenfeind,
kritisiert die höfische Gesellschaft und wirft ihr „feige
Schmeichelei, Unrecht, Verrat, Gemeinheit und Eigennutz“ vor. Der
Vorwurf Alcestes an seine Mitmenschen: „Sie schonen keinen […]
jedoch, wenn sich von denen einer zeigt, sieht man […] ihm
schmeichlerisch Ergebenheit beteuern“, bedeutet, dass die
Gesellschaft hinterrücks nahezu jede Person verspottet, bei einer
Begegnung wird diese Person jedoch herzlich empfangen. Da die
Menschen unehrlich und falsch sind, existiere, nach Alceste, keine
wahre Freundschaft. Er lehnt daher alle gesellschaftlichen
Konventionen ab und fordert die Wahrung der guten Umgangsformen,
nämlich „Aufrichtigkeit“ und offenes Preisgeben der Gefühle in jeder
Lebenssituation. Diese Forderung versucht Alceste um jeden Preis
durchzusetzen. Sein Verhalten verfällt jedoch ins Extrem, da er jede
Person offen und direkt kritisiert, ungeachtet davon ob er sie damit
demütigt oder er dadurch lächerlich wirkt. |