| Französische Klassik im Jahrhundert des
Sonnenkönigs Klassik bezeichnet die in
ihrer edelsten Gesinnung und Form ausgebildete Literatur. In
Frankreich erreicht die Literatur bereits im 17. Jahrhundert im Umfeld
des Sonnenkönigs Ludwig XIV ihren Höhepunkt.
Molière hat mit seiner Komödie ein klassisches
Werk geschaffen, da es ihm gelingt, in der Komödie einen tragischen
Charakter (Alceste) als zentral darzustellen. Obwohl die Ständeklausel
vorschreibt, Adelige nicht in der Komödie darzustellen, findet sich
als Handlungsort offensichtlich ein Salon bei Angehörigen des Adels.
Die Auseinandersetzung von Individuum und Gesellschaft bleibt zeitlose
Problematik.
Dichtungsregeln, aus der Antike hergeleitet,
schreiben dem Drama die drei Einheiten von Zeit, Ort und Handlung
vor. In dieser Komödie rollt die Handlung innerhalb eines Tages an
einem Ort ab. Die Sprache sollte dem „bon usage“, d.h. „guten
Gebrauch“ entsprechen, wird somit hochsprachlich in klassischen Versen
(Alexandrinern) geformt. Hinter dem Gebot der „bienséance“ verbirgt
sich die Forderung nach Darstellung dessen, was vor allem die höfische
Gesellschaft im 17. Jahrhundert unter Wohlverhalten verstand.
Gemeinsam mit gehobenen bürgerlichen Schichten - Kaufleuten, Händlern,
Beamten und Gelehrten – bildete der Adel das Publikum dieser Kunst:
„la cour et la ville“, der Hof Versailles und die Stadt Paris.
Vergnügen am Dargestellten und Rührung über die miterlebten Schicksale
sollten eine Läuterung bewirken und das Theater zur Schule der "honnêteté",
der Ehrbarkeit, einrichten. Ludwig XIV förderte die Kunst und
insbesondere Molière als Beförderer eines wichtigen Teils der
höfischen Kommunikation zur gesellschaftlichen Identitätsstiftung.
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