Kontakt
Afrika   29.05.2008
Hello everybody,
habe gerade die homepage aufgerufen und da ist ja ein richtiges Loch! Das muss also gefuellt werden:
Habe eine Wahnsinnsreise hinter mir. Bin am 29. Februar in See gestochen auf einen 54 Tage Trip von Kap zu Kap. Kap Horn haben wir zum Aerger der Chilenen in der legendaeren Ost-West-Richtung passiert. Ist zwar nur ein Felsen, aber der Genus loci... Naja, dann ging es noch einmal in die Antarktis und von da aus auf den Spuren Ernest Shackletons ueber Elefant Island nach South Georgia. An seinem Grab in Grytwiken, einer alten norwegischen Walfangstation (ausser Betrieb) haben wir dann einen Brandy auf den "Boss" getrunken. Weiter gings nach Tristan da Cunha und danach nach Kapstadt. Vorher wurde aber noch zum Cape of good hope gesegelt und mit einer 180 Grad Wende ging es dann wieder zurueck, triumphale Einfahrt in den Hafen (stand sogar in der Zeitung).
Habe dann noch zwei Wochen beim Downrigging mitgeholfen, die gute alte Europa ging dann ins Trockendock. Ebenfalls sehr erhaben, im Sinne des Wortes, wie bei Nacht im Scheinwerferlicht und Kapstadt beleuchtet vor dem Bug die Europa das Wasser verlassen hat.
Habe danach beschlossen, nach Namibia zu fahren, schade fuer Daniel Baerenheuser, den ich urspruenglich in Durban besuchen wollte. Aber, first plan, no plan!
Die offizielle Einreise nach Suedafrika war dann eine wahre Herausforderung fuer unserern Agenten, ein Kapitel fuer sich!
Am Ende ging es dann doch und ich konnte SA wieder verlassen und nach Namibia fahren. Dort habe ich dann Windhoek angefahren und zwei Safaris unternommen. Eine hat mich wieder in den Sueden, vor allem aber in die Namib-Wueste gefuehrt. In Luederitz habe ich dann noch mal auf dem Zweimastschoner Sedina an Bord gegangen, diesmal als harmloser Passagier, was mich natuerlich nicht davon abgehalten hat, mit dem Skipper entsprechend zu fachsimplen, so von Seemann zu Seemann, haha. Luederitz erinnert uebrigens sehr stark an Castrop-Rauxel oder Leverkusen, wurde zur gleichen Zeit gebaut, halt nur in Afrika. Vielleicht gleichen die beiden Staedte aber auch mehr Kohlmannskoppe, der nahe gelegenen Geisterstadt, Boomtown aus der Diamanten. Laufen nur mehr Touris rum, dafuer ist es am abend genauso tot.
Danach ging es dann via Botswana nach Zambia zu den Victoriafaellen. Bin rechtzeitig aus dem Okawangodelta aufgetaucht. Dort bin ich dann auf dem Zambesie Kanu gefahren und habe mir ueberlegt, diesen eventuell einmal ganz, von der Quelle in Zambia bis nach Mozambique runter zu fahren. OK, die VicFaelle sind dann ein Problem, aber ...
Eventuell gelingt es mir aber noch, mich in Swakopmund beim Paragliding umzubringen. Spass bei Seite, da ist gestern tatsaechlich, nicht beim Paragliding, aber beim Tandem-Fallschirmsprung einer bzw. eben zwei runtergekommen. Auch der Ersatzschirm hat nicht funktioniert. Naja, am Okawango war es umgekehrt, da sind nach mir eine Gruppe von Touristen von einem Elefanten angefallen worden. Zu nahe dran, ein Schwerverletzter. Also, keine Angst Unkraut vergeht nicht.
Mache mich jetzt auf den Weg!

Ihr hoert ja von mir, so oder so!

Dominikus Klinke, Lehrer auf Abwegen!


(kli / 29.05.08)

Dominik is back!   24. Februar 2008
Hallo Ihr Pinguine,
Dominik is back!
Bin gerade von einem phantastischen Tripp zuruckgekommen und die naechsten Tage bis zum 29. Februar in Ushuaia, allerdings kann ich Nachrichten nur bis zum 28. lesen und ggf. beantworten. Bin natuerlich neugierig, was bei Euch so alles passiert ist, und empfange wie immer gerne neue Nachrichten, Klatsch und Tratsch. Hier Neustes aus dem Sueden:

Habe - proud to say - die Drake-Passage wieder gut ueberstanden, seasickness ist nachwievor ein Fremdwort fuer mich (ToiToiToi). War allerdings extrem heftig! 80 % der Gaeste lagen in den Kojen, und auch etliche Crewmember hat es erwischt. Mich hat es dafuer einmal von Yard geschmissen (Maresa, bitte diesen Absatz ueberspringen! Haha), sagen wir mal so, beim Segelfurlen (Festbinden der eingeholten Segel auf der Rahe oder Mast) bin ich kopfueber ueber die Yard mitsamt dem hin und her fetzendem Segel. Keine Angst, war ja eingehakt, und auf wunderbare Weise bin ich zudem mit den Kniekehlen in der Fussleine haengen geblieben, auf der ich eigentlich haette stehen sollen. Das war dann zwar angenehmer, als nur am Haken zu haengen (habe mich uebrigens auch geistesgegenwaertig an der Yard bzw dem Segel festhalten koennen), nur bin ich da alleine nicht mehr rausgekommen. Da hing ich dann wie der Faenger in der Trapeznummer im Zirkus). Im uebrigen habe ich natuerlich die Fussleine gleich mit ueber die Yard gezogen und auf diese Weise Nadja (aus meiner Wache), die mit mir gefurlt hat, an die Yard gefesselt. Die hat dann nur "Dominik, Dominik" gerufen. "I am still here", war dann meine Antwort. Fand sie nachher supercool (haha). Mike, am Grossmast, ebenfalls aus meiner Wache, hoert seine Freundin gegenueber rufen, sieht aber nur sie, Dominik ist verschwunden, allerdings kann er einen witeren Arm weiter unten hinter dem Segel ausmachen. Tja, er ist dann vom Grossmast runter, auf den Vormast hoch und hat mich dann ausgehakt, sodass ich ueber die unter mir stehende Yard des Lowertopsail wieder auf meinen Posten gekommen bin. War schon spektakulaer und die anderen meinten, dieser Stunt sei bisher einmalig.

Da Dominik ja nicht erwachsen wird, musste er dann auch einen Salto von der Railing ins Eismeer machen. Wenn schon Mitglied im Antarctica-Swim-Club werden, dann auch nur am suedlichsten Punkt, an dem ich je gewesen bin: Ukrainische Antarktisstation Vernatzki Koennt ihr ja im Atalas oder so nachgucken, wo das genau ist. "Fucking cold", sag ich da nur, aber was einen nicht umbringt,... .
Die Stimmung an Bord ist eh einmalig und ich erlebe hier einen Teamgeist, wie noch nie in meinem Leben. Habe mich dann auch in meinem Tagebuch entsprechend ausgelassen: Schon komisch, da ist man vierzig und macht aufeinmal das, wo von man als kleiner Junge immer getraeumt hat. Nicht die Schatzinsel (Buch oder Film, vielleicht kennt Ihr ja noch den alten Adventsvierteiler aus den 70ern), auch nicht der Seewolf (Mit Raimund Harmsdorf und der Kartoffel, ebenfalls einer meiner Lieblingsfilme aus Kindheitszeiten), nein, Realitaet:
Da stehe ich morgens um 3:00 h auf dem Kluever irgendwo in der Antarktis, ganz vorne am Vorstag. vor mir der schwarze Ozean, der Horizont hebt sich unscharf etwas heller ab. Eisberge links und rechts, die leuchten blaeulich-weiss in der Ferne und schimmern durch den Nebel, der die Sicht beschraenkt. Backbord ziehen zwei Buckelwale vorbei, steuerbord jagen Pinguine ueber das Wasser, tauchen und wieder "jump" aus dem Wasser. Ich blick zurueck und schaue auf die schmale Silhouette der Europa, die Masten heben sich gespenstisch vom Himmel ab, Licht im Deckhouse und merkwuerdige Stille. Allein die Wellen sind zu hoeren, vor allem am Bug, der den Ozean unter mir durchschneidet. Es ist einfach nur phantastisch. Ich bin Lookout, mit einem Funkgeraet ausgestattet und melde Eisberge, die ggf. schaden koennten. Das Lonesome sailor-Gefuehl ist da. Alle schlafen, nur der Mate steht am Ruder, und die anderen aus der Watch loesen sich gegenseitig ab. Danach ein heisser Tee und Arbeiten unter Deck.
Bei den Trinity islands darf Domink zwar noch nicht Gaeste mit dem Zodiak durch die Eisbergwelt und die Meerenge fahren (Viel Swell und etwas unberechenbar) abends dann aber den Captain und Rentsje unsere gute Kuechenfee und sowas wie die Mutter der Kompanie. Die sind dann sehr zufrieden mit meinen Fahrkuensten. Fuehle mich auch selber immer sicherer und stehe mittlerweile meistens beim Fahren, auch bei Vollspeed. In Kuestennaehe muss man auf die Felsen achten, damit der Motor nicht aufschlaegt. Kommt nicht gut! Am Almirante Brown bin ich dann der Auserwaehlte, der eine Sonderfahrt fuer Verliebte machen darf (Jahrestag, Idee von Rentsje). Fahre also meine Watchmember Nadja und Mike (erfahrene Seeleute) mit dem Zodiak und einer Flasche Champanger uebers Meer. Die fragen dann, was wohl meine Schueler sagen wuerden dass ihr Lehrer hier Passagiere zu ihren Kuesten- und Wandertouren im suedlichen Eismmeer faehrt, sich auf Eisschollen tuemmelnden Seeleoparden heranpirscht und dann das Boot ruhig haelt (Wechselschalten zwischen Vorwaerts- und Rueckwaertsgang und ein bisschen Neutral), damit die Passagiere gute Fotos machen koennen. Nadja und Mike machen ja den gleichen Job als Profis. Tja, ist schon irgendwie surreal. Hier stehe ich dann spaeter uebrigens wiederholt auf dem Antarktischen Kontinent. Keine Insel, nein, wirklich Festland! Wir haben den Aussichtsfelsen erklommen und ich geniesse wie beim letzten Mal den Blick ueber die Bucht (siehe letzten Bericht). Danach Rodeln und Schneeballschlacht!
there is something which has to be changed in my life.

Habe uebrigens mein Versprechen wahr gemacht, allerdings erst am Rosenmontag, als wir Ushuaia verlassen haben. Mit Koelner Sessionsschal 2006 (FussballWM in Koeln), Argentinientrikot, Indiomuetze, barfuss (Black Foess) auf die Mainroyal und dreimal Koelle Allaf. Es soll Fotos geben!

So, das wars fuers erste Mall. Freue mich auf Zuschriften, bin wie schon gesagt dann fast zwei Monate wieder auf See. Hardcore-Segeln, alle schwaermen von der Kapstadttour, denn da ist richtig Segeln abgesagt. Bei den beiden vorherigen Tripps wurde ja eigentlich nur auf dem Weg hin und zurueck gesegelt. Im Zielgebiet wird dann ueberwiegend motort, es gibt ja auch ein festes Programm das eingehalten werden muss.

Zwischenzeitlich nur ein Schock, ich stehe auf der Kapstadttourliste als Gast. Die werden sich doch wohl nicht vertan haben? Haben eventuell keinen Ersatz gefunden? Echt lieb von allen Crewmitgliedern: Dominik als Trainee und nicht als Crew, das geht doch gar nicht. Mike meint, wir brauchen Leute wie dich! Das muss ein Missverstaendnis sein! Wir kuemmern uns drum!
Das ging runter wie Oel, und am Ende war es auch nur ein Missverstaendnis. Das Office hatte die alte Liste gemailt.
Schon komisch, habe nicht im Traum daran gedacht, sowas wirklich zu machen, und jetzt kann ich mir gar nicht vorstellen, einfach nur so als Gast mitzusegeln. Es ist anstrengend und manchmal Knochenarbeit, aber es ist einfach nur genial.

See you

dominikus


(kli / 25.02.08)

2. Antarktika-Report   2. Februar 2008
Liebe Karnevalisten,

habe heute einen freien Nachmittag und bummle durch Ushuaia, diverse Einkaeufe erledigen und gleich im Cafe Tante Sara Tagebuchschreiben. Habe in einem Supermarkt "kleine Sharks" entdeckt und mich entsprechend eingedeckt. Sie sollen Gummibaerchen recht aehnlich sein und sowas gibt es hier in Suedamerika leider nicht. Als Gummibaerchendjunkie bin ich da seit dem Aequator auf Entzug, ist schon hart, aber, I have survived. Heute abend trifft sich die alte Crew (gehoere da bereits dazu) zum Barbeque. Morgen ist dann Abschlussreinigung und um 17:00 Empfang der neuen Gaeste. WEnn ich mich da abseilen kann, kann ich vielleicht noch auf eine Milonga (Tanzabend in Club Nautico). Am Montag, wenn sich in Koeln der Rosenmontagszug in Bewegungs setzt, wird die Europa wieder in See stechen. Habe schon ueberlegt, um 11:11 auf den Grossmast (Royalyard) zu steigen und dreimal Koelle Allaf zu rufen, habe zumindest den Sessionsschal von 2006 mit dabei. Das Foto, wenn es eins gibt, schicke ich dann an den Stadtanzeiger schicken, von wegen Koelner Narrenschiff in Antarktika gesichtet.
Vielen Dank fuer die (leider etwas wenigen Rueckmeldungen), aber ich gehe mal davon aus, dass alle irgendwie jetzt auf Jueck sind, bin ich dann uebrigens ab Montag ja auch wieder, also noch ein Tag Empfangsmoeglichkeit!

Werde dann meine zweite Tour antreten, die programmmaessig genauso gestaffelt ist wie die letzte. Mit dem Unterschied, dass ich ja jetzt eingewoehnt bin! Man lernt jeden Tag mehr, sich zurechtzufinden und die alltaeglichen Handgriffe zu verbessern. Englisch ist fuer mich da leider immer noch ein Problem, da doch viele einfache Vokabeln fehlen. Vom Kehrblech (Dust- or garbagepan) bis zur Klobrille (einfach nur "seat").

Wir werden also wieder die Drakestreet passieren und dann zur Peninsula antarctica segeln und dort in diverse Buchten ankern, und Kuestenabschnitte und Kanaele abfahren. Landschaftsbeschreibung ist kaum moeglich, einfach nur gigantisch! (siehe auch erster Bericht). Eisberge in allen Variationen, sollten nicht gerade angefahren werden. Heisst dann intern, bitte aus der Europa keine Viermastbark machen. Grandios war auch zur Mitte der Reise unsere Deckparty. Hat schon was, in der Naehe der ukrainischen Antarktisstation wurde geankert, diese zuvor besucht, was auch einen Gegenbesuch der Ukrainer bei uns zur Folge hatte. Sehr witzig. Dann war das Schiff wieder schoen dekoriert mit Lichterketten und grossem Zelt ueber dem Deck. Rundherum die Eismeerlandschaft und das zauberhafte Licht einer fast nicht untergehenden Sonne (ist jedenfalls lange zu sehen) Barbeque bis zum Abwinken. Grossartige Stimmung, gerade auch wir von der Crew haben dann gut abfeiern koennen. Dominik musste dann seine Tangoschuhe rausholen, was zur Folge hatte, dass ich dann den Titel "Dominik the virgin tango teacher" bekommen habe (Die Gaeste haben am Ende der Reise gesammelt und jedem Crewmitglied ein huebsches Suemmchen ueberreicht, verbunden mit einem lustigen Namen auf dem Couvert, s.o.).
Sehr interessant auch der Aufenthalt in Port Lockroy, einer Station der Englaender, die eigentlich haette aufgegeben werden muessen, die dann aber in ein Historic Monument umgewandelt wurde, als Poststation aber immer noch betrieben wird. Auch Naturbeobachtungen werden gemacht, vor allem im Hinblick auf die Pinguinpopulation. Viel Spass hat auch die Besichtigung einer alten argentinischen Station gemacht, die jetzt von Pinguinen besetzt ist. Wir haben dann den nahen Berg erklommen, von oben die Aussicht auf die Bucht genossen. Haben dort auch eine Moment der Stille eingelegt (also mal kein Fotoklickgeraaeusch), dafuer Wahnsinnsstille, waere was fuer Pater Stephan. Ab und zu knirschendes Eis, aus einem der Gletscher bricht ein neuer Eisberg, stetiges Pinguingekraechze, Moewengeschrei, diverse Windgeraeusche. Anschliessend auf Plastiktueten den Berg runter. Werde mir diesmal ein paar Lectures mehr anhoeren und dann die Pinguin- und Robbenarten besser studieren.

Also, lasst doch vielleicht noch mal was von Euch hoeren,

Viele Gruesse

Dominik

P.S. Bin uebrigens so ziemlich nachrichtenlos, die letzten Nachrichten von denen ich etwas mitbekommen habe, waren, dass Gladbach Herbstmeister mit Aufstiegschancen geworden ist und Koch wohl in Hessen gut verloren hat. Ist der jetzt eigentlich weg vom Fenster? Interessanterweise vermisse ich das gar nicht so sehr (ok, ueber Gladbach muss man Bescheid wissen).


(kli / 25.02.08)

muchos penguinos, Dominik regresse de antartida   1. Februar 2008
Hola compañeras y companeros,

Dominik ist wieder zurueck aus der Antarktis! Wow! Habe drei echt tolle Wochen hinter mir. Koennte ganze Seiten voll schreiben, aber muss mich da zuegeln. Im Uebrigen lebe ich jetzt in einem voellig anderen Lebensrhythmus. Da hatte zur Folge, dass ich in der ersten Woche an Bord waehrend der Freiwachen immer sofort in die Koje gekrochen bin und geschlafen habe. Danach hatte ich mich dran gewoehnt und habe dann auch die Zeit nuetzen koennen, um an diversen Exkursionen teilzunehmen, zum Beispiel eine alte Walfaengerstation (morbider Charme einer vergangen Epoche, Ruinen menschlicher Zivilisation und jetzt "in der Hand" von Pinguinen. Ganz toll eine Zodiaktour durch aektakulaere Eisberglandschaft am Abend, Nachmittags hatte ich Wache. Aber auch waehrend der Wachen kann man seinen Spass haben. Erstens wird in einem Team gearbeitet, das wirklich ein Team ist! Zweitens gibt es dann ja auch die "Arbeiten", die ich richtig Spass machen! Es konnte wegen der Winde zwar nicht so viel gesegelt werden, aber wenn es ins Rigg geht, da bin ich dabei. Ist allerdings dann und wann auch recht kalt! Hat schon was, ein schneebedeckter Windjammer mit Puderzucker auf den Rahen! Tja, und werde ich zum Zodiakfahrer ausgebildet (Zodiak ist eine fuehrende Marke fuer Schlauchboote) Mit diesen fahren wir die Passagiere auf die diversen Inseln und holen sie wieder ab (immer mehrere Touren, oder diverse Rudnfahrten durchs Eismeer etc. Bin da natuerlich blutiger Anfaenger, ist auch nicht ganz so einfach, aber man ist ja lernfaehig. Bin jedenfalls nicht gekentert oder habe groessere Schaeden angerichtet. Sehr witzig war es auch, in einem Survivalsuit (gute Waermedaemmung und absolut schwimmfaehig) im Wasser zu liegen. Habe den "Faenger" machn duerfen, d.h. die Boote in schwieriger anzufahrendem Wasser vorher aufzufangen. Bei der letzten Aktion, kurz vor ablegen ist dann direkt neben mir, so 1,5 Meter eine Seeelefantenkuh aufgetaucht und hat mich ebenso bloed angeguckt wie ich sie, und laut gegrunzt, habe spontan erwiedert, war echt witzig, und im Boot haben alle gelacht!
Dann gehoert natuerlich Kabinenreinigen, Abwasch und alles andere auch dazu. Backe jetzt regelmaessig Brot an Bord (liegt vermutlich in den Genen, haha, Gruesse an Onkel Rudi!).
Wie meinte Erik, unser Barman, "sailing is our profession and cleaning is what we do".
Muss jetzt leider meinen ersten Bericht beenden, da ich um 23.00 (ortszeit) wieder drei Stunden Ankerwache habe. Bin jetzt bis Sonntag (Montag wird abgelegt) in Ushuaia und werde regelmaessig meine Emails kontrollieren koennen. Ihr koennt mir also wieder schreiben und mit Antworten rechenen. Muss echt sagen, ist schon ein komisches Gefuehl, so voellig weg zu sein. Habe auch noch nicht alle Emails lesen koennen, vor allem das Oeffnen von Anhaengen dauert immer recht lange (wusste gar nicht, dass die Pcs hier auch so eine Art Latinomentalitaet haben, tranquillo, tranquillo), ab morgen habe ich aber mehr Zeit!

Alles Gute und bis demnaechst

Dominikus

P.S. Habe uebrigens nicht die Draktpassage vollgekotzt. Im Gegenteil, gehoerte zu den wenigen, die ueberhaupt keine Probleme hatten mit Seekrankheiten und so. Auch der Grossteil der Crew hatte zu kaempfen, aber die sind da haerter im Nehmen.


(kli / 25.02.08)

Last report for leaving Ushuaia   12. Januar 2008
Hallo allerseits,

habe vor zwei Tagen gluecklich, wenn auch etwas umstaendlich (diverse Flugverschiebungen etc) Ushuaia erreicht. Mein Schiff war bereits wieder zurueck und ich habe mich abend noch beim Capitaen vorgestellt. Tja, und jetzt bin ich Crewmitglied. Die letzten Tage waren dann auch etwas anders als bisher. Habe mir so beim Reinigen der Heads (so nennt man hier die Toiletten) gedacht, wenn ihr mich da jetzt sehen wuerdet, ernte ich warscheinlich nur ein bemitleidendes Laecheln: "So, dass machst Du also in Deinem Sabbatjahr? Berufliche Auszeit und so, Haha!" Okay, ist jetzt nicht gerade das, was man gerne und staendig machen moechte, aber ist halt auch Teil der Arbeit, die gemacht werden muss, was es bedeutet, Seemann zu sein. Die Crew ist uebrigens sehr witzig, unheimlich hilfsbereit, und man hat wirklich das Gefuehl, Teil der Truppe zu sein, auch wenn man derjenige mit der geringsten Erfahrung ist und noch viel fragen muss. Aber so haben ja alle mal angefangen. Heute nachmittag haben die Gaeste eingecheckt und werden von nun an von uns betreut. Wie sagte der Capitaen vorher in Bezug auf unsere Pflichten, die Gaeste sollen, wenn sie von Bord gehen, das Gefuehl haben, sich hier wohl gefuehlt zu haben, und dass es eine tolle Fahrt war. Freue mich schon, wenn es wieder losgeht. Das Schiff fahert, vor allem dann, wenn die ersten Segel gesetzt worden sind und der Motor stoppt. Das ist mit einer der schoensten Momente jedesmal. Habe auch viele wieder getroffen, die vorher bei den Fahrten dabei waren. Hat schon was! Werde dann mal sehen, wie das so wird! Hab mal kurz nachgedacht, werden etwas mehr als drei Monate jetzt an Bord sein. Und 2 1/2 Monate bin ich ja schon an Bord gewesen, also fast ein halbes Jahr. Und ich glaube, es wird richtig gut. Vielen Dank fuer die vielen Emails, die mich jetzt gerade noch alle erricht haben! Bin dann erstmal drei Wochen weg, habt also erstmal Ruhe von mir.

Liebe Gruesse, drueckt mir die Daumen (si claro, werde auch auf mich aufpassen, so ab und zu, wenn es Euch beruhigt!)

Dominikus


(kli / 25.02.08)

Hola Buenos aires is calling, last call, creen o no creen1),   6. Januar 2008
so, meine letzten Tage in meinem mittlerweile heiss geliebten Buenos Aires sind gezaehlt. Morgen wird gepackt, der letzte Unsinn noch schnell gekauft, um sich der Illusion hinzugeben, etwas mitnehmen zu koennen von dem Zauber dieser Stadt. Werde nachher noch in die Kirche gehen, ist ja el dia de los tres reyes - heute bekommen los niños nochmal Geschenke - und danach meine Lieblingsparrilla aufsuchen, schoen draussen sitzen in einem kleinen Jardin und den Abend mit einem ich weiss noch nicht bife de... beenden. Dann habt Ihr auch erst einmal Ruhe von irgendwelchen laestigen Schreiben, die der arbeitenden Bevoelkerung im kalten Deutschland vor Augen halten, dass da einer den Ausstieg probt und in staendigem Urlaub ist (wird auch ein Ende haben, aber das dauert noch was, ist aber noch nicht mal Halbzeit!). Da ich ja jetzt auch arbeiten muss, alledings auf dem schoensten Arbeitsplatz, den ich mir denken kann - nein Horst, nicht das LMG! - wird das mit emails schwierig. Bin naemlich diesmal wirklich nicht erreichbar. Theoretisch kann man mir natuerlich ueber die Reederei etwas zuschicken, aber das ist eigentlich eher mehr im Fall der Faelle vorgesehen. Wird fuer mich ja auch eine gute Uebung sein, meinem Mitteilungsdrang Grenzen zu setzen.
Also: Am 8.2. geht mein Flieger morgens nach Ushuaia, ueber El Calafate, wo ich eigentlich mal hinwollte, jetzt werde ich vier Stunden lang den Flughafen sehen und danach hoffentlich mit dem leichen Traumblick wie Miriam vor zwei Jahren die Gletscherspitzen kratzen. Bin dann abends in Ushuaia. Am 09.01. legt die Europa in Ushuaia an, dann werde ich meine Arbeit antreten. D.h. die alten Passagiere gehen von Bord, die Neuen kommen. Also muss das Schiff auf Hochglanz gebracht werden. Da ich dann im Watchsystem der Crew bin, kann es sogar moeglich sein, dass ich ggf. gar nicht vom Schiff runterkomme. Prinzipiell ja, aber man weiss ja nicht! Wenn ihr mir also noch was schreiben wollt, dann bald. Am 11.01. wird das Schiff ablegen und dann ist fuer drei Wochen Funkstille. Danach nochmal ein kurzer Aufenthalt in Ushuaia (gleiches Spiel) und wieder drei Wochen weg. 26.2.-28.2. ist dann mein letzter Aufenthalt in Argentinien und es geht kurz in die Antarktis zurueck und dann ueber den Ozean nach Kapstadt. Aufenthalt ist neben diversen Buchten in der Antarktis und irgendwelchen Pinguin- und Seeelefanteninseln dann noch auf Tristan de Counia (ist glaube ich falsch geschrieben), auf dem Atlas irgendwo zwischen Kap Hoorn und Kap der guten Hoffnung. Arbeitsrhythmus: 8 Uhr morgens frohlock..., Unsinn, das war was anderes. Also: 8:00 - 14:00 Dienst (oder frei), 14:00 - 20:00 Frei (oder Dienst), 20:00 - 24:00 Dienst (oder Frei), 0:00 - 4:00 Frei (oder Dienst), 4:00 - 8:00 Frei (oder Dienst). Und so geht das die ganze Zeit. Ggf. heisst es allerdings auch: All Hands on deck, dann muessen auch die Freiwachen ran! Keine Sorge, ich habe das so gewollt, und ich hoffe, es wird eine neue grosse Erfahrung! Es wird auch was kaelter werden. Werde mich also in Ushuaia noch mal eindecken muessen mit warmen Sachen und so. Tja und dann geht es auf den naechsten Kontinent. Traeume bereits von Pinguinen, Walen, riesigen bizarren Gletschern. Eisigem Wind im Gesicht beim Setzen der Focksegel. Die Drakepassage ordentlich vollgekotzt (werde da fuenf mal durch, sorry) usw.
Also, es wird wieder spannend!
Im April werde ich dann meine Karriere als Surfer (oder Taucher, befuerchte beides, haha) in Suedafrika starten, dann wird mich eh nichts mehr schrecken. Hoere schon die Loewen bruellen, die Trommeln schlagen: Afrika, Afrika, Afrika....

Also, wuensche Euch ein besinnliches Dreikoenigsfest, den Kollegen einen guten Start ins zweite Halbjahr (auch das geht vorbei!) Gruesst mir mal unbedingt meine alten 12er, jetzt 13er. Ich druecke Ihnen die Daumen!!!

Hasta luego

Dominik


1) zweite Person Plural wird hier mit ustedes gebildet, vosotros unbekannt, d.h. sehr formal, aber leicht, ist naemlich identisch mit der dritten Person Plural. Liebe Uta, kannst Reinhild sagen, dass mein Spanisch auf ewig "versaut" ist, die ganzen Tschs uns Schs: Scho me schamo Dominik y vos sos Reinhild! Was soviel heisst wie Ich heisse Dominik und Du bist Reinhild! Habe mir auch ein nettes Buch gekauft "Che Boludo" - Argentinisch fuer Gringos, stehen alle die Sachen drin, die man an der Schule nicht lernt, die man aber wissen muss, wenn dich irgend so ein Idiot anrempelt oder man einen ordentlichen Zoff vom Zaun brechen moechte.


(kli / 25.02.08)

mi año nuevo en el nuevo mundo o mi ultimas dias en Buenos Aires   5.1.2008
Hola compañeras y compañeros,

die Welt ist schon verrueckt! Vor wenigen Monaten war ich noch harmloser Studienrat irgendwo im Westen Deutschlands. Dann habe ich eine Reise angetreten, die alles veraendern koennte, nicht muss, das hat man nicht immer selber in Hand. Oder vielleicht doch? Jedenfalls habe ich die Welt neu gesehen und lerne seit fuenf Wochen fleissig Spanisch, waehrend - die Welt ist halt verrueckt - meine arbeitenden Kollegen Ferien haben. Nun hatte ich mir gedacht, dass es vielleicht gar nicht schlecht ist, das Neue Jahr nicht im Grossstadtdschungel zu verbringen, sondern einen ruhigen, beschaulichen Ort aufzusuchen. Punta del Diablo in Uruguay. Die Anreise gestaltete sich schon als kleines Abenteuer. Ich hatte nur eine Busfahrkarte bis Montevideo gekauft, kaufen koennen, da die Faehren nach Uruguay bereits alle ausgebucht waren. Habe mich dann weiter durchgeschlagen, das Fischerdorf gefunden und mich auf die Suche nach einem Dach ueber dem Kopf gemacht. Dieses habe ich dann auch gefunden, allerdings war nicht sicher, ob ich die alle Tage hier uebernachten kann. So klein ist das Dorf zwar mittlerweile nicht mehr, aber hier fahren doch eine ganze Reihe von Urus und Argentinos hin. Allerdings alles etwas unspektakulaerer als in Punta del Este, dem teuren, aber spektakulaeren Strand der Reichen und Schoenen. Irgendwie hat ein gnaediger Gott Erbarmen mit mir gehabt und ich habe noch nie soviel Glueck gehabt wie hier. Am letzten Tag des Jahres bekam ich die Nachricht (ein Cyber-Cafe gab es hier auch, High-Tech in einer eher garagenartigen Huette, alles sehr putzig), dass ich als crew-Mitglied auf meinem Segler mitfahren darf. Hatte mich beworben, dachte allerdings nicht, dass es sonderlich erfolgreich sein wird, hatte auch nichts mehr gehoert. Nun die Zusage und, kaum zu glauben, ich soll nicht nur die Ushuaia-Kapstadt-Tour fahren, sondern auch die beiden Antarktistouren vorher. Also sechs Wochen Segeln in der Antarktis zusaetzlich. Dort muss ich zwar richtig arbeiten, Schiffsjunge ohne Bezahlung, aber Hand gegen Koje und ein Arbeitsplatz, von dem man normalerweise nur traeumen kann. Tja und dann habe ich auch noch Silvester nicht alleine feiern muessen, sondern zusammen mit einem echten Uruguayer, der sich hier natuerlich gut auskannte und einer sehr netten Argentinierin. Ist schon komisch, diese ganzen "Pappnasen" in meinem Hostal, soweit es sich um Europaeer handelte waren irgendwie eine geschlossene Gesellschaft, aber die Leute von hier sind anders. Egal, es war mein schoenstes Neues Jahr, wozu sicherlich auch das traumhafte Ambiente beigetragen hat: das Rauschen des Meeres, der Strand (um 0:00 h) in bengalischem Licht erstrahlend, man liebt hier Feuerwerk (auch an Heiligabend!), herrliches Essen in einer alten Fischerhuette und Tanzen bis in den fruehen Morgen, Jeans und T-Shirt und es ist angenehm warm.
Das war alles nicht geplant und ich haette das auch nicht fuer moeglich gehalten, dass sowas moeglich ist. Aber das ist wahrscheinlich der Grundfehler des alten Denkens. Einfach ausprobieren, losfahren, gucken, was kommt! Werde die beiden vermutlich nie wiedersehen, das ist der einzige Kummer, den man hat. Es gilt der Faustsche Wunsch bzw. eben jene Unmoeglichkeit, dem Augenblick Dauer zu verleihen. Doch ach, es geht halt alles vorbei. Da kann man sich dann nur noch an den barocken Dichter halten, der angesichts dieser Unmoeglichkeit zumindest meinte "....der Augenblick ist mein, und nehm ich den in Acht, so ist der mein der Zeit und Ewigkeit gemacht." Tja und das haben die hier unten offensichtlich kapiert oder schon immer gewusst!
Ich breche jetzt so langsam meine Zelte hier ab, suche meine Lieblingsplaetze noch einmal auf und werde dann Buenos Aires mit Wehmut verlassen und mich auf eine grandiose Segelreise begeben. Es wird kalt werden, es wird Arbeit geben, aber es wird phantastisch sein. Die blauen Gletscher der Antarktis, die gigantischen Eismassen, Wale und was weiss ich! Und was mich ebenso fasziniert: Der Ozean und der Sternenhimmel. "Lebe Deinen Traum!" Ich bin dabei!

Dominik, el Marinero




(kli / 05.01.08)

9. Report Buenos Aires   14. Dezember 2007
Liebe Fangemeinde (haha),

bevor ich mich an diesem Wochenende nach Mar del Plata zurueckziehen, um mich bei meinen ersten Surfversuche umzubringen, was mir bisher ja nicht gelungen ist (Maresa, dont not worry, it is a joke), ein kleiner Bericht zum dritten Advent. Habe zwar schon einzelne Nachfragen entsprechend individuell geantwortet, die wissen also schon ein paar Sachen mehr, nun also fuer den Rest. Ihr muesst natuerlich wissen, mein erster Plan ist mittlerweile keinenen festen Plan zu haben. Es kann sich also immer noch vieles aendern.
Zunaechst hatte ich mich entschieden drei Wochen in BsAs zu bleiben und dann durch Suedamerika zu reisen. Nun werde ich doch mehr in die Schule gehen. Wollte dann nach Lima zu der Zweigstelle unserer Schule. Dieser Plan waehrte einen ganzen Tag. Da mir die Fluege nach Lima zu teuer waren und ich ja nicht mehr gerne fliege, das geht einfach zu schnell, bleibe ich also weitere drei Wochen in BsAs, einer absolut genialen Stadt, deren einziges Manko zur Zeit darin besteht, dass das beruehmte Theatro Colon geschlossen ist. Aber, aber... . Das Fluggeld kann jetzt besser in Tango-Stunden investiert werden, nicht in Steaks (Franzi und Doni aufgepasst!) soviel Steaks koennte ich dafuer gar nicht essen. Habe letzte Woche das groesste Steak meines Lebens gegessen, ojo de bife, fuer 24 Pesos, ca 6 Euro. Dafuer kriege ich in Deutschland nicht einmal ein Viertel beim Metger roh, geschweige denn herrlich en medio gegrillt in einer parrilla.
Tango, te gusto!!! Y la melonga Y... . Bin hier bei Elsa Maria, der Grand dame einer traditionsreichen Tangoschule in BsAs. Allein der Tanzsalon ist schon ein Ding fuer sich. Wie in Deutschland aber muchos chicas y menos hombres, es muy lindo y interessante par me (haha). Tango, te gusto!!!
Letztes Wochenende war uebrigens heftig. War ja bisher brav, bin am sabat zu einem Concierto in der Naehe des Placa italia gewesen. Open Air Concert des philharmonischen Orchesters der Stadt mit 200.000 Menschen. Neben der Buehne standen zwei Kanonen und Wachen eines historischen Batallions. Der Kenner ahnt, und richtig: Zum Abschluss Ouvertuere 1812 (un mil ochocientos doce) von Tschaikowski. die Kanononschuesse sind dann in einem Grossfeuerwerk aufgegangen. Muy lindo y imposante! Argentinier lieben es laut und gross und bombastisch mit einem Hang zum Kitsch (sind dem Koelner also nicht unaehnlich) und so sehen auch mittlerweile die Strassen im Zentrum aus. Es weihnachtet sehr: Lichterketten en masse. Das schoenste daran, es bleiben einem bisher die furchtbaren Weihnachtslieder dudelnden Musikbeschallungen erspart, obwohl, Reibekuchen mit Apfelmus, das gibts hier leider nicht! Aber poxima año, da bin ich ja wieder in Koeln (but, first plan, no plan, you remember?).
nach dem Konzert (22:00) wurde erst einmal zu abend gegessen, heisst hier cenar, und wird ueblicherweise auch nicht frueher eingenommen, auch waehrend der Woche nicht. danach einen cocktail und auf in die Discoteca America. Ein angesagter Club. Am freitag fuer Schwule und Lesben, aber, haha, es war ja sabato, also normal. 40 Pesos und alle Getraenke frei. Da ich mich aber fuers tanzen entschieden habe, habe ich meinen Eintritt haupotsaechlich in Wasser (heisst hier agua) umgesetzt. Um sechs Uhr bin ich dann nach Hause. Desajuno (Fruehstueck) um 12.00 im Cafe Tortoni, also ganz klassisch, wie meine Spanischprofessorin am Montag meinte. Da muessen wir ja immer erzaehlen, was wir am letzten Tag gemacht haben, Konversationsuebung! Abends dann Chorkonzert in St. Igantio, der aeltesten Kirche von BsAs, die leider auch so aussieht, dafuer waren die Choere klasse und die Akkustik ebenfalls.
Uebrigens, habe heute meinen Spanischtest bestanden (muy bueno, stand auf der Klausur!!!). Naja um Euch allen meine umfassende Bildung zu demonstrieren, werden die Reports jetzt natuerlich immer schoen mit spanischen Redewendungen vermischt.
Alles in allem also, BsAs ist eine aeusserst lebenswerte Stadt.
Wie immer am Ende meines Reports eine Bitte, freue mich immer ueber Zuschriften und neueste Nachrichten aus der Heimat. Ich weiss ja, an der Schule ist immer viel Stress, gerade vor Weihnachten, vor allem wenn man sich die Ferien freihalten moechte, was ja eh nie gelingt. Haltet durch! Denkt daran, Dominik geht ja auch wieder zur Schule, sogar in den Ferien ("Ist der bekloooop", Hans Sueper, Colonia Duett).

hasta pronte
dominikus


(kli / 20.12.07)

Nur mal kurz!   5. Dezember 2007
Liebe Leute,

wollte ja eigentlich in de naechsten Zeit keine Rundbriefe veschicken, gibt auch nichts grossatiges zu berichten. Habe aber heute eine E-mail von einem meiner ehemaligen Schuelern bekommen, der ein soziales Jahr in Suedafrika macht und den ich eventuell dort sogar besuchen werde. Ihr seht, es gibt sie noch, die guten Schueler, auch oder obwohl sie bei mir Unterricht gehabt haben.
Er hat uebrigens vor zwei Jahen den Postmeister im Revisor gespielt, war also in meiner Theatertruppe!

Schaut Euch doch mal die Seite

daniel-in-suedafrika.de

an!
Ihr werdet da einiges ueber sein Projekt lesen koennen. Vielleicht koennt Ihr das ja unterstuetzen!

Viele Gruesse aus Buenos Aires

Muss jetzt noch die Vaiationen von ser und estar ueben, sowie tausend neue Vokabeln! Heute abend startet ein Fussballspiel an der Schule, Dominik alias "el loco aleman" wird dann mitauflaufen!

Hasta poxima ocasion

Dominik


(kli / 20.12.07)

8. Report - Buenos Aires   4. Dezember 2007
Liebe Daheimgebliebenen,

habe mal so meine Berichte nachgerechnet, duerfte mittlerweile der 8. Report sein, zuzuglich einzelner Anmerkungen. Es lebe das Internet! Wenn ich aber nachrechne, wieviel Zeit ich in Deutschland mit Fernsehen, Telefon oder meinen heissgeliebten sms verbringe, ist das geradezu harmlos. Ist so ein bisschen Fenster zu meinem frueheren Leben.
Bin jetzt also wirklich in Buenos Aires angekommen. Letzten Donnerstag Ankunft und dann freie Zeit bis gestern nachmittag. Habe diverse Kirchen besichtigt, San Telmo (sehr nettes altes Stadtviertel) und die grossen Avenues. Mein persoenliches Highlight: Cafe Tortoni. Hier bewahrheitet sich die altoesterreichische (vor allem altwiener Weisheit): ein Cafe ist ein Ort fuer Leute, die zum Alleinsein Gesellschaft brauchen.
Jahrhundertwende, alte Luester, Stuckdecke, Holzvertaefelung, Bilder aller Art (auch modern) vor allem viele Tango- und Musiker-Motive und exellenter Cafe (und mehr), Kellner im schwarzen Gewaendern, einer macht mir den Einruck, noch aus der Erstausstattung uebriggeblieben zu sein, etc. Es ist sehr interessant, die Leute zu beobachten und sich Geschichten dazu ausdenken, vielleicht werde ich ja noch mal Poet, Cafehaus-Philosoph. Habe dort Plaene geschmiedet und Tagebuchnotizen geschrieben sowie am Samstag eine Tango-Show besucht und danach beschlossen, das musst Du auch koennen.
Waehrend ich bis Sonntag in einem recht schraegen Hostal, absolut zentral, uebernachtet habe, habe ich seit dem 5. September zum ersten Mal wieder ein Zimmer fuer mich allein. Wohne bei Silvia und Belen (Mutter und Tochter), meiner Gastfamilie, beide sehr nett!
Heute morgen begann dann fuer mich wieder der Ernst des Lebens. Ich gehe zur Schule, Magda, danke fuer die viertuelle Schultuete (sehr nett, zeigt sie mir doch, dass ihr ab und zu noch an mich denkt!)
9 - 13:00 Unterricht. Rahmenprogramm gibts natuerlich auch und diverse Insidertipps. Ich glaube, Buenos Aires wird noch einiges erleben, sorry, ich werde einiges erleben oder... tja erleben halt.
Das ist uebrigens auch das verzugte Reiseprogramm: etwas erleben!
Die Zeiten sind hier auch eher ungewoehnlich, wenngleich fuer Angehoerige des Hauses Klinke durchaus akzeptabel. Die Argentinier halten dies nur mit viel mate aus (so eine Art Tee mit viel Coffein), Schlaf gibt es offensichtlich nicht, siesta unbekannt, da kann man ja was verpassen.
Werde dies in der naechsten Zeit auch mal ausprobieren, bisher war ich ja noch ganz brav! Denke nur gelegentlich an meine Rueckkehr, so in Bezug auf Deutschlandtauglichkeit, ich befuerchte, das wird von Tag zu Tag schwieriger.
Adventsstimmung ist dieses Jahr wohl eher nicht, die Vorstellung einen Gluehwein trinken zu duerfen, relativiert sich zu dem bei 30 Grad, denke allerdings schon an diese schoene Zeit. Dank Donatus habe ich ja ein paar Weihnachtslieder dabei. Mal sehen, bzw. hoeren, ob ich das meinem sentimentalen Gemuet zumuten kann weiss ich noch nicht, spaetestens "hark the herals angel sing" wird mir dann den Rest geben.
Aber, ebenfalls eine interessante Beobachtung, Stimmungen sind hier sehr schnell wieder vorueber, liegt wahrscheinlich am Wetter oder daran, dass immer irgend etwas Nettes oder Ungewoehnliches passiert. Oder man geht dann einfach ins Cafe (siehe Bemerkung oben).
Mein Ortsteil ist Recoleta und einer alten Familientradition gehorchend werde ich mich demnaechst aufmachen und auf den Friedhof hier gehen. Sic transit gloria mundi. Ob ich aber eine Rose am Grab Evitas niederlege, glaube ich eher weniger (Heisse ja auch nicht Michael und es ist ja auch nicht Sissy, Insider fuer Markus, Barbara y companeros).
So, die naechsten Tage ist also fleissiges Lernen angesagt, sodass der naechste Bericht etwas warten muss. Beantworte gerne Anfragen, lese auch gerne Gruesse und Nachrichten, wer noch nicht geschrieben hat (Asche ueber sein/Dein Haupt!!!).

Hasta pronto

Dominikus, BA, Argentina


(kli / 20.12.07)

Buenos Aires   29. November 2007
Hola compangeras y compangeros,
Dominikus hat es tatsaechlich geschafft, seinen Flieger zu bekommen, und aus dem beschaulichen Ushuaia heraus nach Buenos Aires zu finden. Herrlicher Sonnenschein ueber den Gletschern, Blick auf die Landebahn des schnuckeligen Aeropouerto Ushuaia, der aehnlich uebersichtlich wie der Hauptbahnhof von Castrop-Rauxel ist, die mitten auf einer Insel im Beagle-Kanal, also quasi im Meer liegt!
Was fuer ein Kontrast nun in Buenos Aires. Habe allerdings mein Hostal auf Anhieb gefunden, ebeso vorher den richtigen Bus, und werde jetzt mein Wochenendprogramm starten, bevor es am Montag ernst wird. Dominik geht wieder in die Schule, das wird grausam. Als Lehrer bin ich ja schon schlimm, aber als Schueler war ich ein Grosschaot. Naja, die Argentinier kommen damit vielleicht eher zurecht als das durchorganisierte Deutschland. Mal abwarten!
Habe auf der Homepage vom Lise und in diversen Emails gelesen, dass es am Lise am Wochenende Tot gibt, habe im Spanischlexikon nachgeschlagen, heisst muerto, ich hoffe, liebe Kollegen, ihr werdet es trotzdem ueberleben! Sorry, bad joke, aber meine englischen Mitsegler, meinten, ich sei einer der wenigen Deutschen mit Humor, was das auch immer heissen mag. Ihr seht, bin also ueberall a very goog ambassador of my country, armes Deutschland, haette mein Vater wahrscheinlich gesagt!
So, da ich im Prinzip nicht Neues zu berichten habe, die Tangoclubs machen ja erst was spaeter auf, und bevor ich weiter ins fabulieren komme, weiterhin alles Gute, haltet durch, vor allem an der Schule "Es gibt ein Leben nach dem Tot" (Mein Gott, ist der schlecht!),

hasta mañana!
(ist sehr relativ gemeint, wie hier in Argentinien, mañana hat vor allem die Bedeutung "heute nicht" oder "heute nicht mehr", sehr beliebt bei den correos, generell bei allen Behoerden. Aber da ich ja drei Monate Segeln 15 Stunden Flug vorziehe, kann mich da nichts mehr aus dem Konzept werfen, ich fuerchte nur auf die Dauer voellig Deutschland untauglich zu werden)

Liebe Gruesse

Dominikus


(kli / 20.12.07)

Kurznachrichten aus Ushuaia   25. November 2007
Hola hermanas y hermanos,

bin nun schon wieder drei Tage an Land, welches aber immer noch ein bisschen schwankt. Da habe ich doch Stuerme, rolling and pitching ohne jegliche Probleme ueberstanden und jetzt das. Ist nichts ernstes, aber irgendwie witzig, vor allem wenn ich Steigungen gehen muss.
Habe versucht, Fotos ins Netz zu stellen,was aber an gigantischen Ladezeiten gescheitert ist. Tut mir leid, das wird leider irgendwie nichts. Moeglicherweise liessen sich die Dateien verkleinern, aber am PC bin ich nachwievor ein gnadenloser Anwender und dann auch noch auf spanisch, es impossible!
WErde heute die argentinische Fregatte Libertad besichtigen, die vorgestern hier angekommen ist. Vollschiff und riesig, da sieht meine Europa richtig klein aus. Vielleicht habt Ihr von der Explorer gehoert, wird hier staendig drueber berichtet. Ist vor einen Eisberg gefahren und inzwischen gesunken, alle sind gerettet und sind jetzt in Chile. Bin mir zwar nicht ganz sicher, aber ich meine sie hatte uns auf dem Weg nach Ushuaia ueberholt, liess sich am Radar identifizieren. Die Europa startet Dienstag wieder, werde dann am Kai stehen und winken, bevor es dann fuer mich am Donnerstag nach Buenos Aires geht.
Wohne hier in einem netten hostal bei Javier. Da steigen auch immer Europa-crewmitglieder ab. Alles easy-going hier. Vorgestern gab es ein BBQ fuer die Gaeste (Tjalling von der Europa und ich) sowie zwei Freunde von Javier. Der ist uebrigens eine gute Nachrichtenboerse fuer alles, was hier so passiert.
Ich denke, Argentinien wird auch spannend werden! Ushuaia, Miriam wird es bestaetigen koennen, sieht uebrigens aus wie ein oesterreichisches Bergdorf, das man ans Meer bzw. an den Beagle-Kana verlegt hat, Schnee bedeckte Berge im Hintergrund.

Wuensche Euch allen eine besinnliche Adventszeit und trinkt mal einen Gluehwein auf mein Wohl, ich werde hier noch ein paar koestliche Schokoladen (argentische spezialitaet) schluerfen oder ein kraeftiges beagle draft im Irish Pub oder ... oder ... oder.

bis demnaechst und lasst von Euch hoeren,
Danke allen fleissigen Schreibern!

Liebe gruesse

Dominikus


(kli / 20.12.07)

Gruesse vom Ende der Welt   22.November 2007
Hallo,
Dominikus ist wieder an Land! Nach einer ununterbrochenen Seereise von Salvador nach Ushuaia bin ich gestern abend (argentinische Zeit) am Ende der Welt angekommen.
Eine weitere unglaubliched Reise liegt hinter mir und mir fehlen fast die Worte - was bei mir ja schon was heisst!
Nach unserem Aufbruch von Salvador waren noch ca eine Woche tropisches Wetter angesagt. Ein letztes Bad im Atlantik unterwegs, was ich mit einem jump vom Bugsprit gekroent habe. VErdammt hoch, aber wenn man da erst oben steht, gibts kein zurueck. Mein Ausruf " Oh Scheisse", war auch fuer alle anderen sofort verstaendlich. Aber zucken gilt nicht, also runter. Danach wurde es kalt, und kaelter! Die roling fourties heissen nicht umsonst so. Hinein ins Auge des Sturmes und dann wieder raus. Windstaerke 8-9 in den Boeen 10 und Wasser von allen Seiten. Ich sag Euch, Adrenalin pur, wenn man dann auf den Rahen steht und die Segel "furlt". Toppgallant und beim ersten mal sogar die Royals (da hat uns der Sturm ueberrasacht!). Zum frieren oder nachdenken bleibt da keine Zeit, wie gesagt, wer zuckt hat verloren. Fuer die, die Zweifel haben, ob man sich da oben festhalten kann, ja, man kann, man muss es auch, und dann haelt man sich auch fest! Nichts mit Netz und doppeltem Boden, einfach nur die schaeumende See unter Dir! Allerdings haben nicht alle Buntlines gehalten (die braucht man, um den Bauch des Segels auf die Rah zu ziehen). Wurden dann am Day after ausgetauscht. Und das ganze dann noch mal zwei Tage spaeter.
Auf dieser Tour waren auch nicht mehr so viele Gaeste dabei. Drei Wachen a vier Personen. War mit Chris (UK) und Jessica und Gemma (NL) in der blue watch. Die "comedy-watch", die aber immer zur Stelle war, wenns gekracht hat. Irgendwie haben sich die Segel rauf oder runter-Manoever immer dann abgespielt wenn die Bluewatch on duty war. Vier Rigging-Monkeys in einer Wache! Portwein nach einer Dowatch, morgens um 4:00 hat uebrigens auch was, wenn nicht gerade Ueberstunden anstehen (Segelbergen oder so). Spike, unser australischer Bootsmann ab Salvador, hat jedenfalls gut gelacht, als er mich das erste Mal gefragt hat, ob ich mal ne Hand frei haette. "I a m here for sailing!" war meine Antwort. War schon gut. Haben auch noch kurz nach Salvador die Studdingsails gesetzt, bevor wir sie endgueltig abgenommen haben. Fast immer eine gute Aktion, bis die Dinger oben sind (Studdingsails oder kurz Stunsails heissen die zusaetzlichen Segel, die auf bersonderen Spieren neben die normalen Segel gesetzt werden. Angeblich soll Ilonka (Crew) ein Leuchten in meinen Augen gesehen haben wollen, als es hiess: Wir setzen Stunsails. Ist mir jedenfalls zugetragen worden.
Eins steht jedenfalls fest, werde die Zeit hier an Bord sehr vermissen. Muss jetzt noch drei Monate durch Argentinien laufen, bevor es wieder an Bord geht (haha)! Ueberlege, ob ich nicht doch noch mal eine (oder zwei...)Weltumsegelung machen soll, soll ja nie zu spaet sein (Vom Studienrart zum Schiffsjungen, ist mal was anderes als eine Befoerdrung, Berufsziel Pensionaer auf A15 Basis), und was haelt einen schon in Deutschland oder Europa(haha), bitte um Zuschriften, ob ihr da anderer Meinung seid. Vereinzelt wurde mir angedeutet, dass man mich tatsaechlich vermisst. Kann ich mir zwar kaum vorstellen, aber ist sicher nett gemeint!
So, dass war es erstmal fuers erste, freue mich ueber Lebenszeichen aus der Heimat und werde die naechsten Tage oefter mal im Netz nachschauen.
Liebe Gruesse an alle aus Ushuaia

Dominikus


(kli / 20.12.07)

Gruesse aus Praja do Forte   26. Oktober 2006
Hallo allerseits,
bin spontan fuer zwei Tage nach Praja do forte gefahren, Heinz kennt das, seit 2000 wollten wir mal dahin haben es aber nie geschafft. Schildkroetenstation, didaktisch sehr schoen gemacht, und ein traumafter Strand. Meine posada ist sehr nett, ein grosses Bett (sehr angenehm, wenn man Schiffskabinen gewohnt ist), tolles Klima, Haengematte am Balkon. Habe gerade meine Mittagssiesta unterbrochen und mich ins Internetcafe nebenan aufgemacht. Danach ist Beach-Nachmittag angesagt, abends Vollmond unter Palmen, dazu eine Caipi oder eine pinna colada (Bereits gestern gestestet und fuer wuerdig gefunden!)
Keine Angst, dieses Glueck wird auch fuer mich bald zu Ende gehen. Am Sonntag geht es nach Ushuaia, Richtung Antarktis; da ist es zwar jetzt Sommer, aber vermutlich so schoen kalt wie bei Euch; KLettern im Rigg ist dann wohl nicht mehr barfuss und mit kurzer Hose moeglich. In Argentinien werde ich dann auch die Schulbank druecken, Lernen ist dann angesagt. Mal sehe, ob das noch geht. E-mails kann ich nur noch bis morgen abrufen, weiss nicht, wann das Schiff fenau am Sonntag abfaehrt. Also, wenn ihr mir noch was sagen wollt, freue mich ueber jede Nachricht, dann jetzt. Danach geht es erst wieder ab Ushuaia, also ab 22. November. Bin leider noch nicht in der Lage, irgendwelche Fotos ins Netz zu stellen, dass versuche ich dann mal in Argentinien, muesst euch also noch gedulden. Vielleicht kann Michael ja noch Bilder von Kracherl, alias Roland ins Netz stellen. (Roland, danke fuer die E-mail, die Fotos und die gute Propaganda fuer mich als Lehrer! Fuer alle anderen: er kennt mich ja nur vom Schiff und hat meinen chaotischen Unterricht noch nicht gesehen!
Sollte ein Kollege uebrigens mal meine Ex-Schueler sehen, z.B. Klasse 10a oder die lieben 12er, gruesst sie recht herzlich und macht sie auf die homepage aufmerksam. Soll ja lebendig werden! Geht folgendermassen, wie Micki mir gesagt hat:

www.lise-meitner-gymnasium.net

Dann
klinke (Name)
wxxxxxe (Passwort)

Abschicken Hinzufügen und dann den Text eingeben.

Zurück zur HP und dann unter Kontakte unser Kollege auf Weltreise!!

Liebe Gruesse aus Brasilien,

Dominikus alias Dominik alias Joshua alias Shorty alias Niki e.o.s.!!


(kli / 20.12.07)

Greetings from Salvador   24. Oktober 2007
Hallo everybody,
thank you for all greetings and wishes aproaching me in the last days. Now I have time for visiting Salvador an enjoing the brasiulian way of life. I noticed that you have iin germany cold weather, I remember also the october/november time! Don do not think, that I do nothing, I worked in the rigging, scraped, oiled, varnished blocks. And we were on duty in the watchsystem. You know, that this is great pleasure for me and I enjoyed the whole trip. Also I made a bottle ship and gave as a gift to the crew, so everybody travelling with the europa will see, that there was a crazy working german on board (long time ago). So James you had now also the chance understanding my reports.

regards

Dominik


(kli / 20.12.07)

Anmerkungen zum 4. Rundbrief   24. Oktober 2007
Hallo Ihr Pollywogs,
hiermit die erste /anmerkung: Pollywog ist eine andere /bezeichnung fuer Kaulquappe und bezeichnet alle, die noch nicht den Aequator uebersegelt haben. Dann bekommt man auch einen neuen Namen, von Neptun persoenlich! Habe auf dem Weg nach Savador ein Flaschenschiff gebaut, natuerlich die Europa. Habe lange nach einer geeigneten Flasche gesucht, weswegen ich dann schnell den Namen Einsiedlerkrebs bekommen habe. Krebs ist ja sogar mein Sternzeichen, Einsiedler bezieht sich nur auf das Schneckenhaus, das dieser fuer sich sucht. Bin aber weder zum Alkoholiker noch zum Einsiedler geworden!
Heisst uebrigens auch Bahia de todos os santos, und habe auch mal faelschlich von suedwest bei sued gesprochen. heisst natuerlich auch suedsuedwest, allerdings suedwest by west.
Hatten gestern eine schoene Party, ist angenehme 26 grad warm, hier in der Stadt kanns auch waermer werden. Am Sonntag gehts wieder auf See! Dann weiter Richtung Sueden
Ey Leute, ich bin im sueden, richtig im sueden!!!!!

Liebe Gruesse.
Dominikus


(kli / 25.10.07)

4. Rundbrief   22. Oktober 2007
Hallo Ihr Pollywoks,
Joshua the heremit crab gruesst Euch recht herzlich! War jetzt mit einem ungeplanten Zwischenstopp auf den Capverden fast drei Wochen ununterbrochen auf See, habe am 15. Oktober den Aequator passiert, bin von Neptuns Hof bewsucht worden und trage nun einen neuen Namen. Gestern Ankunft in Salvador de Bahia os Todos dos Santos. Habe eine grandiose Segelzeit hinter mir und durfte bisher als einziger Trainee auf das uns normalerweise verbotenen Skysail rauf. Das ist das hoechste Segel und 34 Meter hoch. da geht keine Want, kein Rigging mehr hoch, die letzten zwei Meter sind reines Klettern. Habe natuerlich eine Einweisung vom Captain bekommen. Ich sage Euch, das ist schon grandios, keine Yard mehr ueber mir, das ganze Schiff unter mir, der Horizont liegt ueber dem Vormast. Adrnalin pur. Gehoere nach Auskunft von Frank, einem Crewmitglied zu den Rigg-Monkeys. Wir haben viel Spass und die Mitreisenden sind einfach cool drauf, die von der Crew sowieso. Europa ist nun wirklich weit hinter mir und der Rhythmus des Schiffes hat mich vollends erfasst. In den Daldrums (weiss gar nicht , ob das richtig so geschrieben ist) mussten wir einbischen motoren und hatten auch schon diverse Wolkenbrueche hinter uns. Das Schwimmen im Ozean ist ebenfalls sehr schoen, allerdings nicht immer moeglich. Morgen geht leider der Grossteil der Mitreisenden von Bord, sieben bleiben uebrig, dazu drei von der Crew. Es kommen aber auch noch ein paar Neue dazu. Heute abend ist BBQ und Partz an Bord. Wie liegen majestaetisch in der Bucht von Salvador und ankern vor dem Yachthafen. Bin jetzt die naechsten sechs Tage in Salvador und werde regelmaessig meine E-mails kontrollieren koennen. Ihr koennt mir also was schreiben und mit Antworten rechnen! Werde ggf. noch etwas ausfuehrlicher schreiben, ggf. mal einen Auzug aus meinem Tagebuch!

Liebe Gruesse aus Salvador, vielen Dank an alle, die mir geschrieben haben und so zeigen, dass ich nicht ganz aus der Welt bin.

Dominikus alias Joshua


(kli / 25.10.07)

3. Rundbrief   29. September 2007
Liebe Segelfreunde,

sitze nun im Internetcafe auf Teneriffa und stelle fest, dass mein Kurzbericht von Madeira, wo wir nach Lissabon kurz angelegt haben, offensichtlich in einem schwarzen Loch verloren gegangen ist, ebenso moegliche Antworten auf Eure diversen Schreiben. Habe leider keine weiteren Nachrichten mehr bekommen, ausser diversen Werbeunfug. Naja.
Brauche Euch natuelich nicht zu sagen, dass die Tage an Bord natuerlich grandios waren. Langsam ist es auch deutlich waermer geworden, sodass man abends auch schon in kurzer Hose am Steuer stehen kann. Allenfalls der Wind, eher etwas lau, zwingt einen noch, ggf. waermere Sachen zu tragen.
Dies gilt nicht fuer die Zeit unmittelbar nach Lissabon. Da hat es ganz gut gekracht, und von denen die neu dazugestiegen sind, hat es gleich einige boes erwischt. Always throw oput to the leeward side!
Wieder ein paar witzige Typen an Bord. Besonders drei Amerikaner, die richtig gut auf Stimmung machen.
Besonders schoen sind die Naechte, der Mond wird voller, gestern sogar dann der erste Vollmond. Die glitzernden Wellen, der Seegang, das leichte Rollen des Schiffes. Schon toll! Haben zwischen Madeirea und Teneriffa eine unbewohnte Insel besucht, war dann allerdings doch nicht ganz so unbewohnt, arbeiten hier doch zwei portugiesische Biologen. (5 Seevoegel, die es nur hier gibt) Beinahe waere die Vegetation Opfer von eingeschleppten Kaninchen und Ratten geworden, die dann in den 70ern (?) vernichtet worden sind. Sie erholt sich langsam wieder.
Auf Madeira habe ich dann zusammen mit zwei Oesterreichern Funchal erkundet und wir sind direkt auf die Grabanlage vom letzten KuK Kaiser Karl gestossen. Zufall!
Am Sonntag werden wir Teneriffa wider verlassen und der dritte Teil der Seereise wird beginnen. Dann gibt es wirklich kein zurueck mehr, Inseln wird es nicht mehr geben, vier Wochen Seereise am Stueck. Mal sehen wie das so wird. Kann und nehme mir hier viel Zeit. Uebernehme als alter Bastler natuerlich alle moeglichen Arbeiten, am liebsten oben im Rigg. Auch die Wachen sind OK, hat man dann doch Zeit`ueber alles moegliche nachzudenken, waehrend man den Kurs beobachtet und ggf. nachsteuert oder vorne ueber den Bugsprit die See beobachtet. Ist dann schon manchmal ein recht komisches Gefuehl, wenn man weiss, dass alles was einem bisher wichtig war, so unheimlich weit weg ist, in der Erinnerung aber dann ploetzlich wieder da und ganz nahe ist. Tja, und ploetzlich halt der Ruf "bracing" ueber das Deck, und die Segel bzw. Rahen muessen neu gesetzt werden. So geht das hier halt. Bin relativ stolz darauf mein Tagebuch regelmaessig zu fuehren, und weiss dann noch relativ gut, welcher Wochentag ist, das Gefuehl verliert man hier ganz schnell.
Wuensche Euch allen eine gute Zeit, die lieben Kollegen haben ja jetzt wenigstens Ferien.

Schiff ahoi

Liebe Gruesse

Dominikus


(kli / 25.10.07)

meine Hochachtung Herr Professor   Lissabon - Teneriffa 17.-28. Sept 2007
Lieber Dominik! Ich hoffe, du hast Neptun am Äquator besänftigen können. Als Mitsegler (leider nur bis Teneriffa) darf ich euch liebe Schüler und Kollegen des Dominikus einige Fotos übermitteln. Unter http://tour2006.weblife.at/albums/ bekommt ihr weiters einen kleinen Vorgeschmack, was ihn in der Antarktis erwarten wird. In meiner Schulzeit hätte ich mir einen Lehrer wie ihn gewünscht! Dominik, alles Gute! kracherl


(kli / 21.10.07)

1. Reisebericht   12. September 2007
Hallo allerseits,
die Europa liegt gerade in la coruna vor Anker. Wir haben gut Fahrt gemacht und so einen zusaetzlichen Hafentag ersegelt. Das Segeln ist grandios. hoist the sails, brace the yards. course southwest by south. Bin bereits auf die Rah (yard) vom upper topsail gekommen, die royal muss noch warten, und dann auch das skysegel. Ein unglaublicher Ausblick auf das Meer. Dienstag war dolphinday, der erste Wal kam Donnerstag laengsseits auf steuerbord. die Truppe ist international besetzt. Zwei aus der crew sind Deutsche bzw. Oesterreicher. Die Welt ist klein, ein crewmitglied musste ja aus Koeln kommen. Wohnt am Eigelstein. Witzig. Die machts richtig. mit 24 anheuern und in den Semesterferien auf den Ozean. Aber es ist ja niemals zu spaet.
Ich sage euch, abends abhaengen im Kluevernetz am Bugsprit, das ist doch mal was!
Haben am Mittwoch, dem 5.9. Amsterdam verlassen, sind durch die Schleuse auf den Kanal. abends wurden dann die Segel gehisst und ab gings. Vor uns wie auf einer Perlenkette aufgereit die Lichter der grossen Schiffe, die die Schiffahrtsstrasse nutzen. Wir werden dann Dover und die weissen Felsen passieren, diverse Kanalinseln, bis wir auf den Atlantik kommen. Das Wasser ist jetzt blau und wir queren die Biscaia. heute morgen um 4:00 h liegen wir vor coruna. Anlegemanoever. Hinter uns wird ein riesiges Kreuzfahrtschiff anlegen, die dolphin voyager. Landgang, bummeln um die docks und die Altstadt. Sitze jetzt im Internetcafe und gruesse Euch alle recht herzlich. In Lissabon werde ich ggf. die naechste Gelegenheit haben Euch zu schreiben! Freu mich natuerlich ueber E-mail-Gruesse von Euch.
Ein naechstes Sabbatjahr muss ich mir ja doch noch ueberlegen, 2010 ist das naechste tallshiprace. Dr. Pulm keine Panik, noch ueberlege ich nur! bin ja erst eine Woche auf See!
Gruesse an alle arbeitenden Menschen von einem, der vorgearbeitet hat (hahaha).

Ahoi und bis demnaechst!

Dominikus


(kli / 25.09.07)

I am leaving cologne   5. September 2007
Hallo liebe Mitsegler im Geiste,

Werde in wenigen Stunden nach Amsterdam fahren, einmal übernachten und dann pünktlich meinen Segler entern. Ab dem 5. September werdet ihr von mir nichts mehr hören, da Telekommunikation auf diesem Segler kaum möglich ist. Man muss dann mit der Rederei Kontakt aufnehmen und die können das Schiff
per Satellitentelefon erreichen. Nur in Notfällen.

Habe ggf. Ende September auf Teneriffa Zeit, ein Internetcafe auzusuchen, Ende Oktober habe ich sogar vier Tage Landgang ín Bahia (Brasilien), dann ist es vermutlich mal möglich,dass ich meine E-mails lesen (werden dann ja tausende sein) und diese dann ggf. beantworten kann oder auch nicht. Reiseberichte sind wahrscheinlicher, aber sehr stimmungsabhängig. Vielleicht will ich ja untertauchen (hahaha).

Hab gehört, als Vermisster kriegt man trotzdem Gehalt, lebenslang! Zur Pensionierung tauche ich dann wiede auf! Muss mir dann vermutlich nur eine
gute Ausrede einfallen lassen. Ausgesetzt auf einer Insel oder so.

Wünsche Euch alles Gute

Dominikus


(kli / 09.09.07)

Für meinen Bruder Dominikus!   01.09.2007
Lieber Niki,
noch mal vielen Dank für die Party! Wir hatten viel Spaß und hoffen doch sehr, dass Du in ein paar Monaten wiederholt einlädst, um uns ausgiebig von Deinen Abenteuern zu erzählen. Solltest Du bis dahin einmal schnell Deinen Bruder besuchen wollen, kannst Du das auf dieser Seite und ein Bild von mir bewundern,grins!

Herzliche Grüße

Dein Doni




(kli / 04.09.07)

Das Online-Tagebuch für die Weltreise   5. September 2007
Lieber Dominikus, liebe Freunde, liebes Kollegium,

in den folgenden Monaten steht Dir lieber Dominikus und allen Freunden und Bekannten die Möglichkeit zur Verfügung, hier im Online-Tagebuch Grüße, Erlebnisse und andere Bemerkunegn -gegenseitg- zu veröffentlichen.
Die Bedienung des Online-Tagebuches steht hier als Download zur Verfügung.
Das Passwort wurde bereits mitgeteilt oder kann jederzeit beim Webmaster der Homepage angefragt werden. Domikus, wir freuen uns auf Deine ausführliche Berichterstattung und vielleicht freust Du Dich auch über die Grüße, die Dich erreichen werden.




Download der Bedienungsanleitung (199 kB)
(kli / 31.08.07)

Die Weltreise beginnt   5. September 2007
Lieber Dominkus,
am 5. September 2007 gehst Du in Amsterdam an Bord. Das Segelschiff wird Dich über den Atlantik nach Südamerika bringen und Deine Weltreise kann beginnen.

Die besten Wünschen sollen Dich begleiten. Bleibe gesund und bewahre Dir Deine Heiterkeit.

Herzliche Grüße
micky



(kli / 31.08.07)