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Projektskizze zur Einrichtung eines Selbstlernzentrums
für die gymn. Oberstufe
am Lise-Meitner-Gymnasium

I. Projektziele

Um den institutionellen Rahmen für die wissenschaftspropädeutische Ausbildung der Oberstufenschüler/innen zu verbessern, plant das LMG ein Selbstlernzentrum für die gymnasiale Oberstufe einzurichten.

Dieses Zentrum soll es den einzelnen Schüler/innen ermöglichen, Kernbestandteile des Unterrichts, die Gegenstand von Klausuren sind, im Selbststudium zu erarbeiten. Wenn das im Selbstlernzentrum Erarbeitete als klausurrelevanter Stoff in die Formen der Leistungsüberprüfung und Leistungsbewertung integriert wird, erhält die Selbstverantwortung der Schüler/innen für ihren Lernerfolg einen grundlegend höheren Stellenwert, weil zentrale Lernziele des Unterrichts selbstständig erworben werden müssen.

Weiter ermöglicht ein Selbstlernzentrum die durch Stundenausfall und andere Unterbrechungen beeinträchtigte Kontinuität des Lernens durch eigenverantwortliche Durchführung des Lernprogramms wiederzugewinnen.

Aus dieser Perspektive lässt sich eine hohe Affinität des Selbstlernzentrums zu unserem Schulprogramm und zu unseren Schwerpunkten im Schulversuch „Schule & Co“. feststellen: Im Selbstlernzentrum steuern die Schüler/innen eigenverantwortlich (Freiarbeit, EVA) und medial gestützt (KIRPP, MErz) Lernprozesse, die obligatorischer Gegenstand des Unterrichts sind.

II. Inhaltliche Voraussetzungen und organisatorische Rahmenbedingungen

Selbstlernen in Kernbestandteilen des Unterrichts stellt hohe Anforderungen an den Umfang und die Qualität des Materials und auch an die Zugangsmöglichkeit.

Ausgearbeitete Unterrichtssequenzen, die sich für das Selbststudium eignen, benötigen auf ein bestimmtes Anforderungsniveau abgestimmte Arbeitsmaterialien, Hinweise auf weiterführende bzw. vertiefende Literatur (Links), eine präzise Aufgabenstellung und detaillierte Hilfen. Zusätzlich sollte jeder Aufgabe ein Lösungsmuster, das eine eigenständige, lehrerunabhängige Lernerfolgskontrolle ermöglicht, beigefügt sein, um die Klausurvorbereitung im Selbstlernzentrum auch rechtlich abzusichern. Derart gestaltete Unterrichtsreihen existieren – soweit uns bekannt – bislang nur in Ansätzen und für einzelne Fächer.

Sowohl Umfang wie Zugang zum Lernmaterial benötigen neben gedruckten Quellen Lernsoftware, Internet-Zugang sowie audio-visuelle Medien.

Durch unsere große Zentralbibliothek decken wir die Printmedien bereits heute ab, die audio-visuellen Medien sind im Medienfach Büro konzentriert; außerdem können die Schüler/innen in der Bibliothek und im Medienfach Büro zum Selbststudium auf Lernsoftware und zwei bzw. drei PC, die zum Teil Internet-Zugang haben, zurückgreifen.

Deshalb macht es Sinn, das Selbstlernzentrum räumlich an die Zentralbibliothek und das Medienfach-Büro anzubinden. In Vorgesprächen der Schulleitung mit dem Leiter des Fachbereichs Schulen wurde der Raum 203 als idealer Standort für ein Selbstlernzentrum avisiert, weil dieser Raum zum einen im Oberstufentrakt liegt und sich zum anderen in unmittelbarer Nachbarschaft zur Zentralbibliothek und zum Medienfach Büro befindet.

Die Nutzung des Selbstlernzentrums setzt zum einen ein hohes Maß an Eigenverantwortlichkeit der Schüler/innen voraus, zum anderen dürfte man aber an einer technischen und organisatorischen Betreuung des Zentrums durch geeignetes Personal nicht vorbeikommen. Das LMG hat in dieser Hinsicht beste Voraussetzungen, weil sowohl die technische Administration der im Raum installierten Geräte, als auch betreuende und koordinierende Aufgaben hinsichtlich der Raumnutzung durch eigens eingestellte Fachkräfte, einen Systemadministrator für die Neuen Medien sowie einen medienpädagogisch geschulten Mitarbeiter, geleistet werden können. Zusätzlich haben sich für die Bewältigung dieser Aufgaben Kolleginnen und Kollegen des an unserer Schule seit langem bewährten „Teams Neue Medien“ bereit erklärt.

III. Technische Ausstattung

Das Selbstlernzentrum sollte im Rahmen des Machbaren eine ausreichende Anzahl von Arbeitsplätzen für Schüler/innen und für Arbeitsgruppen zur Verfügung stellen. Diese Arbeitsplätze müssen aus unserer Sicht unabdingbar mit moderner Hardware und Software ausgestattet sein, weil die Schüler/innen im Rahmen ihres Selbststudiums auf multimediale Lernsoftware, digitalisierte Verarbeitungs- und Präsentationsprogramme sowie auf das Internet als Recherche- und Kommunikationsmedium zurückgreifen (können) müssen. Wir denken an die Einrichtung von 12 bis 13 PC-Arbeitsplätzen, die mittels eines Servers untereinander vernetzt werden und Internet-Anbindung erhalten. Dieses Netzwerk wird über den Server mit den PC im angrenzenden Medienfach Büro und in der benachbarten Zentralbibliothek im Sinne eines Local Area Net (LAN) verbunden.

Die PC werden an drei Wänden des Raumes auf Spezial-Computertischen bündig platziert, in die Mitte des Raumes sollte eine größere Tischanordnung gestellt werden, die Einzel- und Gruppenarbeit ohne spezielle mediale Unterstützung sowie Besprechungen/Konferenzen ermöglichen sollte.

Zur weiteren Ausstattung des Raumes gehören moderne Elektroleitungen mit einer ausreichenden Anzahl von Stromanschlüssen, Datenverkabelung in angemessener Bandbreite, eine Innenjalousie für den Sonnenschutz, blendfreie Deckenleuchten sowie einige kleinere Schränke bzw. Regale zur Aufbewahrung von Medien und Materialien.

IV. Finanzierung

Nach den Empfehlungen der Beratungsgruppe „Neue Medien in Schulen“ vom 02.05.2001 und dem Beschluss des Schulausschuss des Rates vom 11.06.01 hat der Fachbereich Schulen der Stadt Leverkusen im September 2001 die vollständige Finanzierung eines Selbstlernzentrums für die Oberstufe am LMG aus dem städtischen Haushalt 2001 zugesichert. Dieser Beschluss des Schulträgers umfasst eine Finanzierungszusage für die Übernahme von Kosten in den Bereichen der elektrotechnischen und baulichen Ausstattung des Raumes 203 sowie dessen Vernetzung mit der Zentralbibliothek und dem Medienfach Büro; des weiteren werden die Kosten der Möbelausstattung, der Hardware nebst Peripheriegeräten und der erforderlichen Betriebssysteme im Raum 203 übernommen.

Das LMG soll sich in Form von Eigenmitteln bzw. Mitteln des schulischen Fördervereins in begrenztem Maße an der Finanzierung der Software (digitalisierte Lernprogramme) beteiligen.

V. Projektverlauf

Die Schulkonferenz des LMG hat auf ihren Sitzungen am 07.03.01 und am 04.10.2001 einstimmig die Einrichtung eines Selbstlernzentrums für die gymn. Oberstufe unter den o.a. Voraussetzungen beschlossen.

Nach Auskunft der Stadt kann mit den erforderlichen technischen Arbeiten noch in diesem Kalenderjahr 2001 begonnen werden, so dass ab sofort interessierte Fachschaften damit starten können, Selbstlern-Materialien auf dem Bildungsserver NRW sowie aus den Schulbuch-Verlagen und Fortbildungsveranstaltungen der Bezirksregierung Köln zu sichten, eigene Unterrichtssequenzen zu entwickeln und mit anderen Schulen zu kooperieren. Die Fachschaften Englisch, Mathematik und Sozialwissenschaften haben ihre Mitarbeit an dem Projekt bereits zugesagt. Anzustreben ist auch eine inhaltliche Zusammenarbeit mit universitären Einrichtungen, z.B. mit der jüngst eröffneten Zweigstelle Leverkusen der Fernuniversität Hagen, zu der wir in dieser Frage bereits Kontakt aufgenommen haben.

Unter günstigen Verlaufsbedingungen des Projekts könnte dann im letzten Quartal des laufenden Schuljahres 2001/02 (Mai/Juni 2002) damit begonnen werden, erste Studiengänge im Selbstlernzentrum zu erproben. Ein erster, vorläufiger Erfahrungsbericht könnte dann zum Jahresende 2002 erstellt werden. Eine systematische Evaluation der Projektziele kann u.E. erst nach einer Projektdauer von zwei bis drei Jahren durchgeführt werden