Evaluation
Selbstverständlich gehört die Vergewisserung über die Erfolge von schulischer Arbeit seit eh und je zum schulischen Alltag. Allerdings bezog sich diese Überprüfung vordringlich, wenn nicht sogar einseitig auf einen bestimmten Ausschnitt der Schülerleistungen.
Zu einer nachhaltigen Schulprogrammentwicklung ist es allerdings nötig, möglichst viele Bereiche des schulischen Lebens in den Prozess der Evaluation einzubeziehen. Zwar haben wir bei den seit 1986 eingeführten Reformschritten grundsätzlich zuerst die Einführung auf Probe beschlossen und die endgültige Einführung erst nach einer expliziten Auswertung der Ergebnisse vollzogen, trotzdem ist jedoch eine Systematisierung und Ausweitung der Evaluation für alles schulische Handeln sinnvoll.
Eine Maßnahme, die wir dazu ergriffen haben, ist die Institutionalisierung von Evaluationsberatern, die im Rahmen von Schule & Co. ausgebildet worden sind.
Prinzipien der Tätigkeit dieser Evaluationsberater sind die Hilfe zur Selbstevaluation und die Unterstützung von Evaluation als zirkulären Prozess, dessen Ergebnisse in konkrete Entscheidungen und Zielsetzungen umgesetzt werden sollen um nach einiger Zeit selbst wieder evaluiert zu werden. Evaluation besitzt nach diesem Verständnis den Charakter eines umfassenden Austauschprozesses zwischen dem Evaluierenden und den Evaluationsberatern. Sie soll nicht bei methodischen Fragestellungen verharren, sondern Diskussion über die gewonnenen Ergebnisse und die zu ziehenden Konsequenzen anregen. Evaluationsbereiche sollen sowohl alle Unterrichtsformen als auch außerunterrichtliche Aktivitäten, Projekte und Einrichtungen, Schulreformmaßnahmen, Organisationsstrukturen, Beziehungssysteme, Leitbilder und Bildungs- und Erziehungsziele sein. In diesem Sinne streben wir eine möglichst lebendige, vielseitige und breit gefächerte Evaluationskultur als Teil unseres Verständnisses von schulischer Arbeit an.
Weiter hat es schon erste Versuche gegeben, die Nachhaltigkeit von EVA-Reihen zu überprüfen. Über einen Zeitraum von drei Wochen bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler nach jeder Stunde einen Fragebogen zum Mathematikunterricht, dessen Organisation auf eigenverantwortliches Arbeiten zielte. Sie sollten einschätzen, in welchen Arbeitssituationen sie den subjektiven Lernprozess am intensivsten erlebt haben. Dies diente wiederum der Lehrerin als Rückmeldung, Unterrichtsabläufe und entsprechende Arbeitsanweisungen gegebenenfalls neu zu strukturieren. (Veröffentlicht in: Joachim Herrmann, Christoph Höfer, Evaluation in der Schule, Unterrichtsevaluation, Gütersloh, 1999, S. 48/49)
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