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Strategie von Schulentwicklung

In der Schulprogramm-Diskussion gibt es vor allem zwei Entwicklungs-Modelle:

  • OE = Organisationsentwicklung
  • IB = Inselbildungsverfahren

Aus dem Rückblick auf unsere Reformansätze können wir feststellen, dass wir zunächst und zumeist einzelne Reforminseln gebildet haben, ohne uns explizit die Frage nach einem (tauglichen) Organisationsmodell zu stellen. Dies Verfahren erwuchs geradezu organisch aus einer Situation, die man folgendermaßen beschreiben kann:

  1. Die reale Situation muss spürbare Mängel aufweisen und damit auch Unzufriedenheit auslösen.
  2. In der Schule muss eine pädagogische Zielsetzung (im Sinne einer Utopie) vorhanden sein oder entwickelt werden.
  3. An der Schule muss es reformwillige Personen oder Personengruppen geben, die in ihrem jeweiligen Tätigkeitsbereich Reforminseln schaffen wollen.

Als pragmatisches Verfahren bietet IB den Vorteil, dass Reformprozesse beginnen können ohne die allbekannten langwierigen und manchmal lähmenden Grundsatzdiskussionen führen zu müssen, die oft genug in bloßen Formelkompromissen enden.

Die Mitwirkungs-Gremien müssen dabei allerdings soviel praktische Vernunft beweisen, dass sie reformwilligen Gruppen für einen zeitlich begrenzten Probelauf mit dazu gehöriger Analyse und Bewertung grünes Licht geben. In manchen Fällen werden auch zwei oder sogar drei Probeläufe zugelassen, bevor über die endgültige Einführung entschieden wird.

Das wirklichkeitsnahe IB-Modell ermöglicht es auch, gleichzeitig an mehr als einer Reforminsel zu arbeiten, sofern entsprechende Initiativ-Gruppen vorhanden sind. In jedem Fall erfolgt die Institutionalisierung im Rahmen des Schulprogramms erst nach einer Evaluation.

Auslöser für die innere Schulreform am Lise-Meitner-Gymnasium in Leverkusen war ein um die Mitte der 80er Jahre in der Schule weit verbreiteter Leidensdruck. Sinkende Lernbereitschaft, nachlassende Konzentrationsfähigkeit, wachsende Probleme im Sozialverhalten auf Seiten der Schülerschaft, Unzufriedenheit mit Lernständen und Lernergebnissen auf Seiten der Lehrerschaft: Das war die Diagnose, die nach einem Therapie-Versuch verlangte.

Die 1985 erschienenen Grundschul-Richtlinien mit ihrer Rückkehr zu den Prinzipien der

Reformpädagogik ermutigten uns dazu, die Auseinandersetzung um das richtige Lernen auch im Gymnasium aufzunehmen. Nach 14 Jahren beharrlicher Reformarbeit haben wir insgesamt 10 Reforminseln in der Sekundarstufe I und II verankert und gleichzeitig die Rahmenbedingungen für das Lernen so weit verändert, dass wir inzwischen wohl von einem Schulprogramm mit unverwechselbarem Profil sprechen können.